Sven freute sich, dass seine Freundin auf der Fahrt scheinbar die Orientierung verloren hatte. Diese Aktion war ein Experiment. Ein Experiment, was ihr beider Leben verändern würde. Nur in welche Richtung wusste er noch nicht. Nachdem Lena ihn so dumm vor der Haustüre hat stehen lassen an besagtem Freitagabend, wurde er neugierig. Bald schon war klar, dass sich seine Freundin immer montags und freitags mit diesem Tom traf. Er hatte auch in dem Freundeskreis des Studenten ein wenig herumgefragt. Dabei wurde klar, dass die beiden eine Sexbeziehung führten. Länger schon, als dass er Velana kannte. Natürlich hatte es ihn getroffen. Warum hat sie nie etwas gesagt? Die Antwort hatte er sich gleich selbst gegeben. Am Anfang einer Beziehung weiß man nicht, wie sie sich entwickeln würde, und dann ist es irgendwann zu spät, so etwas einzuräumen. Irgendwie verstand er Lena. Verstand, warum sie sich lieber verschwiegen mit dem Jungen trifft.
Tatsächlich führte sie ihr Freund rechts herum und ein paar Schritte zu einer Türe. Diese stand scheinbar offen.
„Weißt Du, wo wir hier sind?“ Svens Worte klangen immer weiter entfernt. Es musste Toms Wohnung, genauer gesagt das Wohnzimmer, sein. Velana war schlecht. Ihr Herz schlug bis zum Hals.
Endlich Toms Stimme: „Hallo Lena! Entschuldige bitte, dass wir Dich in Handschellen entführt haben. Aber wir wussten nicht, ob Du mitgegangen wärest, hätten wir Dich vorher gefragt.“ Velana fiel der sprichwörtliche Stein vom Herzen. Sven stand dicht hinter ihr und hatte seine Hände an ihren Oberarmen.
Tom sprach weiter: „Sven und ich würden Dich jetzt gerne vernaschen. Sag einfach „Ja!“ Und wenn Du das nicht möchtest…“ Ein deutlicheres: „Ja!“ hatte sie vermutlich noch nie über ihre Lippen gebracht, als es jetzt Toms Satz unterbrach.
Trotz ihrer Fessel war Velana wie befreit. Tom hatte von Sven und ihm gesprochen. Wie oft hatte sie schon darüber gegrübelt, die Beiden zusammenzubringen. Immer mit dem Unsicherheitsfaktor, wie es wohl ausgehen würde…
Ob Sven das wirklich gefiel? An ihr sollte es nicht liegen. Sie würde sich den beiden Männern vorbehaltlos hingeben. Nein, mehr noch: sie würde darauf achten, dass Sven in gar keinem Fall zu kurz kommt!
Vorsichtshalber fragte sie nach: „Ihr seid euch sicher, dass ihr das auch wirklich wollt?“
„Sind wir!“ hauchte Sven in Lenas Ohr und, an Tom gewandt, verkündete: „Ich zeig Dir jetzt meine schöne Frau.
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