Die Dienstreise

Berufsgeheimnisse - Teil 1

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Die Dienstreise

Die Dienstreise

Alnonymus

Okay, mein Lümmel sieht aus, als sei er gerade ausgiebig im Einsatz gewesen, und auch das entspannende Ziehen in meinen Eiern zeugt davon, doch es gibt keine Spuren auf dem Bettlaken, und außerdem würde meine Kollegin nie zu mir kommen, um mit mir zu vögeln. Etwas kopfschüttelnd sammle ich meine Schalfanzug auf und gehe ins Bad. Aus dem Spiegel schaut mich ein verwirrter Typ an. Ich weiß nicht so recht warum, aber ich dusche erst einmal, vielleicht weil ich hoffe, so meine Gedanken zu klären. Doch es nützt nicht viel.

Als ich schließlich wieder im Schlafanzug aus dem Bad trete, bleibe ich stehen, doch es ist kein Klopfen an der Tür zu hören. Schließlich kuschle ich mich unter die Decke. Die Uhr zeigt viertel nach neun. Ich habe wohl kaum fast eineinhalb Stunden geduscht, also habe ich doch schon geschlafen und heiße Träume gehabt, mir vielleicht sogar einen runtergeholt. Doch auch davon gibt es keine Spuren. War das alles also doch real? Egal, auf jeden Fall war es unsagbar geil. So falle ich schließlich in einen tiefen, festen Schlaf. Als der Wecker klingelt, stehe ich, immer noch leicht über mein gestriges Erlebnis verwirrt, auf, packe die Tasche und mache mich für das Frühstück zurecht. Pünktlich um sieben werde ich im Speisesaal von meinen beiden Kolleginnen mit einem fröhlichen „guten Morgen“ begrüßt. „Auch einen guten Morgen.“ gebe ich genauso freundlich zurück, achte dabei natürlich besonders auf Ilka.

Doch ich sehe keine Reaktion, kein verstecktes Zwinkern, kein verräterisches Zucken der Mundwinkel, und auch sonst nichts, einfach gar nichts. Natürlich lasse auch ich mir nichts anmerken. Einerseits um mich nicht lächerlich zu machen, sollte ich mir in meiner überbordeten Fantasie alles nur eingebildet haben, andererseits möchte ich noch weniger meine Kollegin bloßstellen, sollten wir es doch miteinander getrieben haben. Den ganzen Tag, und auch den nächsten Tag, dem letzten vor ihrem Urlaub, ist Ilka wie immer. So sehe ich es einfach als geile Erinnerung, ob es nun passiert ist, oder nicht. Eine Woche später werde ich aber nochmal mit der Nase darauf gestoßen. Ilkas Hochzeitsfeier findet am Samstag in einem kleinen Jagdschlösschen nicht weit entfernt statt. Die Eigentümer haben sich auf solche Veranstaltungen spezialisiert, das Brautpaar und einige weitere Gäste könne sogar dort übernachten.

Am Sonntagmittag sind dann einige entfernte Bekannte und die Kollegen aus der Abteilung zu einem Weißwurstfrühstück eingeladen. Das frisch gebackene Ehepaar empfängt uns freudestrahlend im sonnenbeschienenen Garten. Natürlich wird jeder Gast mit einer Umarmung begrüßt. Als ich an der Reihe bin, und Ilka mich umarmt, raunt sie mir kaum hörbar zu: „Ich hab letzte Nacht an dich gedacht.“ Für einen Moment setzt mein Herzschlag aus, und ich werde fast rot im Gesicht, weiß ich doch genau, worauf sie anspielt. Doch bevor ich noch realisiere, was sie gesagt hat, hat sie sich längst dem nächsten Gast zugewandt. Aber vielleicht hat sie das ja auch gar nicht wirklich gesagt, und es war wie alles andere nur ein Produkt meiner überreizten Fantasie.

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