Die Entdeckung

Je oller umso doller - Teil 7

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Die Entdeckung

Die Entdeckung

Jo Diarist

Die Nacht hatte wenig Erholung gebracht. Das Abenteuer mit Iris beschäftigte mich nachhaltig, aber auch Rosi, schlief anscheinend nicht fiel. Entweder wälzte sie sich unruhig von einer Seite auf die andere, oder griff stöhnend nach dem Eimer. Dass sie sich so gehen lassen kann, hätte ich nicht erwartet. Nur in unseren jungen Jahren geschah das ab und zu, später war sie immer die Vernünftige bei uns gewesen. Was hatte wohl dazu geführt?
Diese Frage trat aber schnell in den Hintergrund, weil mich das, was ich an diesem Abend gemacht hatte, nicht mehr losließ. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und doch lechzte ich nach einer Wiederholung.
Erst gegen Morgen fiel ich in einen unruhigen Schlaf, aus dem mich Rosis lautes Schnarchen weckte. Das lag sicher auch an ihrem Besäufnis, denn sonst schnarchte sie kaum, jedenfalls nicht so, dass es mich weckte.

Ich stand weit vor Rosi auf, richtete das Weihnachtsgesteck im Flur wieder, kehrte die Bruchstücke der zerbrochenen Kugel zusammen und machte allein Frühstück. Rosi kam verkatert und mürrisch um einiges später. Essen wollte sie nicht, reden auch nicht. Auf meine Fragen, was denn los gewesen wäre, bekam ich nur einsilbige Antworten und gab es bald auf. Um mich abzulenken, machte ich mich bald darauf auf den Weg, um einen Weihnachtsbaum zu besorgen.
Als ich zurückkam, traf ich an der Tür ihre Freundinnen, die gerade wieder gingen. Sie hatten nach Rosi sehen wollen, verrieten mir aber auch nicht, warum sie so war. Ich fand mich damit ab und dachte schon wieder an Iris.
Die nächsten Tage schleppten sich so dahin, doch wenn ich an mein Abenteuer dachte, machte mir die Erregung zu schaffen. Ein paarmal versuchte ich bei Rosi zu landen, um mir Entspannung zu verschaffen, doch sie blockte alle Versuche. Irgendwie nahm sie der Vorweihnachtsstress in diesem Jahr sehr gefangen. Eigentlich hätte auch ihr Yoga-Kurs am Dienstag enden sollen, doch die Leiterin hängte noch zwei Abende ran, die Rosi nicht sausen lassen wollte.
Da sie so gehetzt wirkte, bot ich an die Wocheneinkäufe zu übernehmen, was natürlich meinem Wunsch Iris wiederzusehen zugrunde lag. Beim ersten Einkauf sah ich sie nicht, beim zweiten schon, doch sie behandelte mich so, wie sie es angekündigt hatte, mit Distanz und ich wagte nicht, dass Eis zu brechen.
Weihnachten waren wir viel bei unserer Tochter im Nebenhaus oder sie mit ihrer Familie bei uns. Es kehrte wieder ein bisschen Ruhe bei uns ein. Rosi ließ mich beim Sex immer wieder abblitzen und so zog ich mich oft in mein Arbeitszimmer zurück, suchte einschlägige Internetseiten auf und verschaffte mir mit Handbetrieb Erlösung.
Zwischen Weihnachten und Neujahr war ich wieder einmal allein – Rosi trieb sich bei ihren Freundinnen herum – als ich auf ein interessantes Sexforum stieß. Ich stöberte ein bisschen auf den Seiten und meldete mich schließlich an, um mich auch daran beteiligen zu können. Beim Inspizieren einiger Profile stockte ich plötzlich.
Das Profilbild zeigte eindeutig Iris, komplett nackt. Im Gegensatz zu anderen hatte sie ihr Gesicht nicht unkenntlich gemacht und ich begann, ihr Profil zu lesen.
Iris verfolgte finanzielle Interessen und bot Videos und Bildersammlungen an. Wahrheitsgemäß erklärte sie auf ältere Männer zu stehen und hatte auch Bilder- und Videogalerien um potentielle Interessenten anzulocken.
Das letzte Video, was sie eingestellt hatte, zeigte … mein Abenteuer, in kurzen Zusammenschnitten. Mindestens drei Kameras mussten aktiv gewesen sein, denn die Blickwinkel änderten sich oft. Es wurde herangezoomt und auch die Geräuschkulisse war eingefangen. Die Schlüsselszene, als sie mich beim Arschfick ritt und ich den Ladyfinger in ihre Muschi schob, ganz nah. Das einzig Positive; mein Gesicht war immer unkenntlich gemacht. Diese Professionalität hätte ich ihr nie zugetraut.
Mehrfach sah ich mir dieses Video an und so sehr, wie es half, die Erinnerungen perfekt hervorzuholen, wichsen konnte ich dazu nicht, denn der Schock saß tief. Total durch den Wind stöberte ich in den Bildergalerien, als ich plötzlich eine PM bekam.
„Na `Graue Maus´ – mit diesem Usernamen hatte ich mich im Forum angemeldet – gefällt dir mein Profil.“
„Iris, ich finde es nicht prickelnd, hier ein Video von meinem Abenteuer mit dir zu finden!“
Eine Pause entstand, und ich nahm schon an, sie meldet sich nicht mehr, doch dann fragte sie:
„Norbert, bist du das?“
„Ja, und ich bin ganz schön sauer, weil du dieses aufgenommen und hier veröffentlicht hast!“
„Hör zu, das ist kompliziert, aber was treibst du dich auch hier rum. Ihr verheiratete ältere Männer habt doch hier nichts zu suchen.“
„Komm mir jetzt nicht so! Ich muss das erst einmal setzen lassen und dann überlege ich, wie ich damit umgehe.“
„Warte, überstürze bitte nichts. Können wir uns irgendwo treffen und reden, denn das über PM auszudiskutieren ist nicht so der Renner.“
„Und wo?“
„Kennt dich jemand in der kleinen Kneipe beim Bahnhof?“
„Nein, die hat keinen besonderen Ruf, deshalb habe ich sie bisher gemieden.“
„Gut, in einer halben Stunde bin ich dort“, und schon war sie offline.
Ich schaltete auch den PC aus, zog mir was Ordentliches an und machte mich auf den Weg. Zehn Minuten vor der Zeit war ich da und wartete draußen. Lange dauerte es nicht, bis Iris kam, mir nur ein kurzes Hallo zuwarf und mich aufforderte, ihr zu folgen.
Sehr groß war der Innenraum nicht. Gerade einmal fünf kleiner und drei größere Tische fanden Platz. Vier waren besetzt und an ein einem wurde Skat gespielt. Nach einer kurzen Musterung stellte ich beruhigt fest, dass mir keiner der Anwesenden bekannt war, doch Iris hatte schon kurz mit dem Wirt geredet und forderte mich auf, mir zu einer Nische zu folgen, in der ich noch einen Tisch mit zwei Stühlen entdeckte.
Der Platz war von anderen nicht einsehbar, was mich ein bisschen beruhigte. Sie bestellte einen Weinschorle, ich ein Bier und dann saßen wir uns kurz schweigend gegenüber.
„Ich bin ein bisschen sauer auf dich, weil ich den Eindruck gewonnen habe, dass es nicht um das Abenteuer ging, sondern darum Geld zu verdienen“, begann ich, die peinlich werdende Stille durchbrechend.
„Nein, so ist es nicht. Es ist komplizierter“, warf sie ein, bevor ich fortfahren konnte.
„Dann erklär’s mir.“
Iris holte tief Luft und suchte den Blickkontakt.
„Ich lebe in einer losen Partnerschaft mit einem Mann, der mir vieles finanziert. Wir haben getrennte Wohnungen, treffen uns aber regelmäßig in einer davon. Er kannte von Beginn an meine Neigung, es mit älteren Männern zu treiben und akzeptierte das unter Bedingungen. Nur einmalige Treffen sind zulässig und er erfährt von jedem Date. Irgendwann schlug er vor, daraus Kapital zu schlagen, brachte die drei Webcams an, die er von seiner Wohnung aus überwachen und steuern kann. Wenn es zu einem Date wie mit dir kommt, rufe ich ihn vorher an, und wenn er Zeit hat, nimmt er es auf. Ich betätige dann im Flur einen Schalter, um den Strom für die Kameras einzuschalten, die er dann steuert.“
„Er hat uns zugesehen?“, fragte ich schockiert.
„Sicher, er sieht fast immer zu, aber weißt du wie viele sich das Video schon auf der Plattform angesehen haben und es absolut geil finden? Einige CDs mit dem kompletten Date und schönen Einzelbildern sind auch schon weggegangen“, fügte sie etwas kleinlaut hinzu und senkte den Blick.
„Ist da mein Gesicht zu erkennen?“, fragte ich ängstlich.
„Nein, das würden wir nie wagen“, antwortete sie ohne Zögern und blickte mich wieder an.
Ich schwieg, schwankte zwischen Zorn und Stolz, weil es anscheinend so gut gewesen war, dass es andere aufgeilte und überlegte, wie ich reagieren sollte. Iris befürchtete Schlimmes und fragte mit nervösem Unterton:
„Was wirst du jetzt tun? Wie kann ich dich besänftigen?“
„Du weißt, was ich begehre“, sagte ich kurzentschlossen.
„Das geht nicht, ich gehe das Risiko, das er es herausbekommt, nicht ein!“, stellte sie energisch klar, fügte aber leise hinzu: „Auch wenn ich einer Wiederholung des Abends nicht abgeneigt gegenüberstehe.“
„Dann überlege ich mir, wie ich darauf reagiere und etwas unternehmen werde ich, darauf kannst du dich verlassen“, sagte ich und trank mein Bier aus, um zu gehen.
„Warte, ich habe vielleicht eine Idee, mit der ich dich besänftigen kann.“
Fragend sah ich sie an und Iris begann zu erläutern:
„Kannst du dich an die jüngere Kollegin von mir erinnern, die als letzte ging und mir viel Spaß gewünscht hat?“
Ich zuckte mit den Schultern und sie kramte ein Bild aus ihrer Handtasche, was meine Erinnerungen auffrischte.
„Sie hat mich über den Abend ausgefragt, eine der CDs erworben und geäußert, dass sie sich das mit dir auch vorstellen könnte. Sandra ist verheiratet, aber es gibt da eine seltsame Konstellation in der Ehe. Wenn du willst, stell ich den Kontakt her, was ihr daraus macht, ist eure Sache“, schlug Iris vor.
Ich überlegte einen Augenblick und nickte dann zustimmend. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, aber Rosi verschmähte mich neuerdings und ich wollte Befriedigung.
Iris rief Sandra gleich an und die stimmte zu, umgehend zu kommen. Da wurde es mir doch etwas mulmig. Mit einer fremden Frau über ein eventuelles Sexdate zu reden, gehörte ja nicht gerade zu meiner Standartkonversation. Ich bestellte mir schnell noch ein Bier, damit mich der Mut nicht verließ, und forderte Iris noch auf mir bei Gelegenheit auch eine der CDs zu geben. Natürlich kostenlos, was sie auch sofort akzeptierte.
Dreißig Minuten später kam Sandra. Iris zahlte und ließ uns allein, worauf eine kurzfristige peinliche Stille folgte.
„Hat dich Iris ein bisschen überrumpelt?“, ergriff Sandra die Initiative und bestellte sich beim Wirt ein Bier, als der in dem Moment vorbeikam.
„Etwas schon. Es ist für mich alles neu, was da gerade auf mich einstürmt. Vor zwanzig Jahren hätte ich da vermutlich noch anders reagiert. Dass ich jetzt, in meinem Alter noch sowas erleben kann, wäre mir auch nie in den Sinn gekommen und ich möchte auch niemand zu nahetreten.“
„Machst du nicht. Wenn ich es nicht in Erwägung ziehen würde, wäre ich nicht hier. Hör zu, ich weiß das dir eher der Sinn nach Iris steht, aber glaub mir, es gibt keine Chance das noch einmal zu erleben, auch wenn ihr zwei sehr gut harmoniert habt. Wenn es dir recht ist, erkläre ich dir jetzt einiges zu mir und dann sehen wir weiter. Okay?“
Ich nickte und Sandra fuhr fort:
„Also, ich bin achtundzwanzig Jahre alt und seit vier Jahren verheiratet. Ich liebe meinen Mann und möchte die Ehe auch erhalten. Zu Beginn unserer Beziehung hatten wir ungezügelten Sex, doch das ließ nach und er hat sich in dieser Beziehung verändert. Vor einiger Zeit hat er mir gestanden, dass ihn der Gedanke erregt, dass ich von anderen Männern benutzt werde. Hauptsächlich ältere Männer sollten das sein. Da ich devot veranlagt bin, sollen sie mich wie ein Fickstück benutzen, erniedrigen und sehr hart behandeln. Er möchte es möglichst immer miterleben und sich daran ergötzen, wie sich andere Männer meines Körpers bedienen. Anfänglich war ich schockiert, habe es rigoros abgelehnt, ihn beschimpft und sogar an ein Ende der Beziehung gedacht, da es auch kaum noch Sex zwischen uns gibt. Dann hat sich der Gedanke in mir festgesetzt, dass es vielleicht doch ganz schön sein könnte. Und ich ihm abgetrotzt habe, dass ich festlege, mit wie vielen und wem das geschieht. Das ist noch nicht so lange her und bisher habe ich keinen geeigneten Kandidaten gefunden. Erst als ich das Video von dir und Iris gesehen habe, dachte ich, dass du der Richtige sein könntest.“
„Wieso ich?“
„Weil der Sex, den du mit Iris hattest, gut war und weil du achtsam mit ihr umgegangen bist. Wenn ich mich einem anderen Mann als Sklavin anvertraue – und das muss dir bewusst sein – dann muss ich die Gewissheit haben, dass er die Grenzen erkennt. Dieses Gefühl habe ich bei dir, doch könntest du auch hart zu mir sein? Mir den Hintern versohlen, mir anderen Schmerz zufügen, mich beschimpfen und erniedrigen?“
Mir stockte kurzzeitig der Atem. Was Sandra mir da anbot, oder von mir forderte, hatte ich noch nie in Erwägung gezogen. Sicher hatte ich bei meiner Frau die Titten auch mal härter angefasst und ihr einen Klitsch auf den Po gegeben, doch sonst immer auf ihre Bedürfnisse geachtet. Aber es schien ja Sandras Sehnen zu sein, so behandelt zu werden, also könnte ich das ..?
Die junge Frau unterbrach meine Gedanken nicht, beobachtete aber gespannt mein Gesicht. Ich suchte den Blickkontakt und fragte:
„Und dein Mann wird immer dabei sein?“
„Ich denke für die Ersten zwei-, dreimal kann ich sicher eine Ausnahme erwirken, was auch in meinem Sinne wäre, aber dann ja.“
„An den Gedanken, dass mir dein Mann zusieht, wenn ich mit dir Sex habe, muss ich mich erst gewöhnen, aber irgendwie ist es auch erregend.“
„Wenn dich die Vorstellung reizt, kannst du es auch, aber wirst du mich so behandeln können, wie es nötig ist?“
„Könntest du damit umgehen, dass ich es zu Beginn vielleicht noch nicht perfekt mache? Dass ich mich an dieses Neuland erst herantasten muss?“
„Deshalb sagte ich, dass es in meinem Interesse ist, wenn wir erst einmal allein zugange sind. Also sagst du zu?“
„Ich weiß zwar nicht so richtig, auf was ich mich hier einlasse, aber … ja, ich will es“, sprach mein Mund, obwohl alles in mir schrie; tu es nicht.
„Geil“, jubelte sie verhalten. „Wir schieben das auch nicht auf die lange Bank und machen das erste Treffen noch im alten Jahr. Kannst du dich morgen Abend für circa zwei Stunden loseisen?“
Jetzt hatte sie mich schön überfahren, aber ein zurück gab es für mich nicht mehr. Wer A sagt, muss auch B sagen und Sandra hatte es mit Sicherheit so kurzfristig angesetzt, damit ich nicht doch noch einen Rückzieher mache.
„Ich denke schon.“
„Gut, bekommt deine Frau dein Handy in die Hand?“
„Könnte sie, hat sie aber noch nie gemacht, so wie ich mich nie an ihrem vergreife“, sagte ich.
„Gut gib mir deine Nummer, ich kläre mit meinem Mann, dass er morgen Abend für einige Zeit aus dem Haus ist, und schicke dir eine SMS mit Zeit und Adresse.“
Wir saßen noch für ein weiteres Bier zusammen und tauschten uns aus. Sandra hatte eine super Art mir die Scheu zu nehmen und langsam begann ich mich auch, auf den kommenden Abend zu freuen. Als sie ging, hauchte sie mir einen Kuss auf die Wange und flüsterte:
„Ich kann es kaum erwarten.“
Der Wirt kam, ich zahlte, doch er blickte mich nachdenklich an und sagte:
„Wenn ich dir einen guten Rat geben darf; sei vorsichtig, Iris ist eine gefährliche Frau.“
Ich lachte kurz auf und erklärte:
„Zu spät, die Erfahrung habe ich schon gemacht, aber ich glaube, ich habe mich gerade auf etwas viel Gefährlicheres bei der anderen Frau eingelassen.“
„Oh“, brachte er nur heraus, aber ich ließ ihn ohne weitere Erklärung stehen.

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