„Mit Hunden bin ich bisher noch immer recht gut klargekommen …“, gab Michaela schon im Gehen zurück, und gönnte dem geilen Hund vom Tickethäuschen noch einmal einen Blick auf ihr provokant wiegendes Hinterteil. Und auch ein hübscher Rücken kann ja bekanntlich entzücken …
Die letzten Besucher zog es bereits in Richtung Ausgang, als Michaela bei den Ställen angelangte. Hühner und Schweine hatte sie schnell abgefrühstückt. Auch bei den Rindern hielt sie sich nicht lange auf. Ein paar schnelle Fotos nur, fürs Archiv, dann ging es hinüber zu den Eseln.
Alle Mädchen liebten Pferde. Michaela aber, stand seit frühester Kindheit auf Esel. Das mochte wohl daran liegen, dass ihr elterliches Grundstück neben einer Weide lag, auf der ein einzelner Esel weidete. Und dieser Esel war ein ziemlich störrischer, der dazu auch alle anderen Kinder von seiner Weide verjagte. Aber aus unerfindlichen Gründen, hatte er große Sympathie für Klein-Michaela. Er ließ sie sogar auf seinen Rücken steigen und drehte gelegentlich eine gemütliche Runde um seine Weide mit ihr, ganz ohne Sattel und Zaumzeug. Einfach nur aus Sympathie und freiem Willen.
Dieser Kindheitsesel war natürlich längst verstorben. Aber die Erinnerungen saßen tief. Und irgendwie, war ihr auch diese besondere Aura geblieben, welche auch die anderen grauen Vierbeiner immer wieder spürten, wenn Michaela in der Nähe war.
„Vorsicht, die grauen Biester können verdammt ungemütlich werden. Beugen Sie sich nicht zu weit über die Mauer, und strecken Sie um Himmelswillen nicht die Hände nach ihnen aus. Die Mistviecher beißen. Und erst vor zwei Wochen haben sie einen Touristen mit den Hinterhufen getreten, der so dumm war, über die Mauer zu klettern, um sich mit ihnen fotografieren zu lassen …“
Die Eselflüsterin
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Die Eselflüsterin
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