Die Eselflüsterin

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Die Eselflüsterin

Die Eselflüsterin

Peter Hu

Doch die Warnung des Gehegewarts, verhallte ungehört in den warmen Winden des mallorcinischen Sommers. Schon war Michaela auf der Mauer.
Des Hofmitarbeiters Gesichtskino wechselte von besorgtem Ärger zu erregter Bewunderung. Diese blonde Frau mochte gehörig naiv sein und sich gewiss gleich ein paar blaue Flecken an ihren knackigen Schenkeln und diesem einladenden Hinterteil einfangen. Und dass Eselschnauzen gemein zwicken können, haben nicht nur viele Touristen, sondern auch schon er selbst, beim Ausmisten der Gehege erfahren dürfen. Aber immerhin. Er würde sie nun retten müssen. Und es würde ihm ein Vergnügen sein. Nicht nur Arsch und Schenkel waren eine Augenweide. Im hockenden Profil zeigten sich auch hübsche, stramme Titten, die nur leicht nachzitterten, als sie von der Mauer sprang.
Der Gehegewart glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Alle vier Esel blickten sofort auf. Einer legte sogar die Ohren an und galoppierte aus dem Stand heraus auf Michaela zu. Das konnte ja nur ins Auge gehen. Doch die anderen Esel folgten ihm gemächlichen Schrittes. Michaela brachte ihre Kamera in Anschlag, ging sogar in aller Seelenruhe in die Hocke und stützte ihren Ellenbogen auf dem angewinkelten Bein ab, um ein stabileres Foto zu schießen. Eine Körperhaltung, die noch einmal unbeabsichtigt, all ihre erotischen Vorzüge betonte.
Kurz bevor er die kniende Fotografin erreicht hatte, beendete der Esel plötzlich seinen Scheinangriff und schlug einen Haken. Dann bäumte er sich wie ein wilder Mustang auf, ... und schenkte Michaela das perfekte Foto …

Der Hofmitarbeiter glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Das Grautier posierte regelrecht, als Michaela es umkreiste, und aus allen Perspektiven Fotos schoss. Und hätte er einen Fotoapparat dabeigehabt.

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