Die Eselflüsterin

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Die Eselflüsterin

Die Eselflüsterin

Peter Hu


„Ich bin fasziniert …“, gestand der junge Spanier doppeldeutig, als die etwa dreißigjährige Münchnerin direkt vor ihm stand, und er ihren unwiderstehlichen Duft atmen konnte. Ihr Parfüm war in der Hitze des Tages längst verflogen. Und das gefiel ihm. Genau wie das, was er nun direkt vor Augen hatte …

„Sie sprechen ein gutes Deutsch. Woher wissen sie, dass ich Deutsche bin?“

„Das ist doch unverkennbar. Ich habe in Deutschland Biologie und Verhaltensforschung studiert. Hier auf der Farm arbeite ich nur ehrenamtlich und sammle natürlich auch ein paar praktische Erfahrungen. Das eben Erlebte, hat mich tief beeindruckt. Darf ich Sie nach Feierabend zum Essen einladen? Ich muss sie ohnehin zu ihrem Hotel fahren. Der letzte Shuttlebus ist gerade abgefahren. Zu Fuß brauchen sie mindestens zwei Stunden. Das wäre bei dieser Hitze eine Zumutung.“

Das Angebot nahm Michaela gern an. Schon der Hinweg hatte sie ziemlich angestrengt. Und der ehrenamtliche Eselswirt gefiel ihr irgendwie. Sie war schon eine ganze Woche auf der Insel. Zwar hatte sie am Strand schon einige aufdringliche Verehrer gefunden und war einem Urlaubsabenteuer durchaus aufgeschlossen. Doch mochte sie es gern etwas romantischer. Dieser gebildete Gentleman erschien ihr durchaus passend. Sie genoss die dezenten Seitenblicke, während er sie im offenen Farmjeep in die Stadt brachte und zupfte ihr kurzes Kleidchen etwas höher, damit er mehr Schenkelhaut zu sehen bekam. Auf den Verkehr musste man auf diesem staubigen Feldweg eher weniger achten. Auch wenn sie mittlerweile über etwas Verkehr im Auto nachdachte. Oder noch lieber in einer kleinen, unberührten Bucht. Ihr Strandhandtuch, hatte sie jedenfalls für alle Fälle im Rucksack …

„Vor dem Essen würde ich vielleicht gern noch ein bisschen schwimmen gehen. Sind sie dabei?

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