Eigentlich war Michaela nur auf Motivsuche ….und hatte sich auch ein wenig verlaufen. Dazu war sie schon ziemlich spät dran. Aber was sollte schon passieren? Schlimmstenfalls musste sie über den niedrigen Zaun klettern, wenn man sie hier aus Versehen einsperrte. Das Eselgehege war schließlich kein Hochsicherheitstrakt. Sie war jedenfalls nicht gewillt, sich nach dem langen Fußmarsch so schnell wieder herauskomplimentieren zu lassen.
Beim Eintrittskartenverkäufer hatte sie jedenfalls noch punkten können. Wer konnte ihrem Charme schließlich widerstehen? Kurzes, enges Sommerkleidchen; rückenfrei, arschbetont. Nicht allzu lange, dafür aber sportlich knackige Beine, schauten daraus hervor ….sonnengebräunt, genau wie die ganze, liebenswürdige Naturblondine. Ihren wasserblauen Augen konnte einfach niemand widerstehen. Und wenn sie dann noch lächelte … hohe Wangenknochen und ein breiter Mund … dieses Gesicht sprach für sich und sagte einfach mehr als tausend Worte. Dabei war sie ziemlich wortgewandt, auch wenn sie gern auf schüchternes Mäuschen machte. Michaela hatte es faustdick hinter den Ohren und taktierte geschickt mit ihrem bayerischen Zungenschlag.
„Na dann huschen sie noch mal schnell durch. Eine Dreiviertelstunde haben sie ja noch. Für ein paar Erinnerungsfotos, dürfte das ja allemal reichen. Aber Vorsicht. Lassen Sie sich nicht einschließen. Die Hütehunde dort im Zwinger, wirken zwar recht gemütlich. Aber abends laufen sie hier frei auf dem Gelände. Die halten nicht nur Wölfe fern, sondern auch eventuelle Einbrecher oder verirrte Touristen in Schach.“ ... zwinkerte der Ticketverkäufer mit Blick auf das große Objektiv zwischen ihren knackigen Halbkugeln. Oder hatte er doch eher diese strammen Apfelsinen im Blick?
Die Eselflüsterin
11 6-10 Minuten 0 Kommentare
Die Eselflüsterin
Zugriffe gesamt: 464
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.