„Ich weiß es nicht! Ich gehe davon aus, dass sie nichts mehr von mir wissen will. Vielleicht ist es besser, mich in die Arbeit zu stürzen und sie zu vergessen.“
Marco legt mir seine Hand auf die Schulter: „Na dann los altes Leder, auf geht’s!“
Den ganzen Tag bin ich voll im Stress. Aber meine Gedanken sind nicht hier bei der Arbeit, sondern bei dir.
Die Gedanken dominieren mich. Ich verstehe einfach nicht, warum du nicht mal ein paar Zeilen als Lebenszeichen schreibst oder nur kurz anrufst, um mir zu sagen, dass es dir gut geht und ich mir keine Sorgen machen soll.
Ich würde dir so gern sagen, wie sehr ich dich vermisse. Und, dass ich dich über alles liebe. Warum gibst du mir diese Chance nicht? Gerade erst habe ich auf dem Handy nach einer Nachricht von dir geschaut. Nichts…, wie jedes Mal, wenn ich nachsehe. Bevor ich es nur Sekunden später in meine Hosentasche zurückstecke, sehe ich sicherheitshalber nochmal nach. Immer noch nichts. Verdammt!
Der Tag rast förmlich an mir vorbei. Kaum angefangen, ist die reguläre Arbeitszeit auch schon wieder vorbei. Mich zieht nichts nach Hause. Ich habe Angst vor dem Alleinsein. Carola hatte ihre Sachen während meines Urlaubs aus der Wohnung geräumt. Und doch hinterließ sie ein paar Bilder an der Wand, die mich an sie und unsere Ehe erinnern. Jetzt, in diesem Moment, fehlt sie mir, auch wenn ich sie nicht mehr lieben kann. Durch das viele Grübeln bekomme ich Kopfschmerzen.
Heute Abend werde ich Kathi anrufen. Ich möchte deine Stimme hören. Wenigstens das, denn viel lieber würde ich dich riechen, schmecken und vor allem fühlen.
Die Zeiger meiner Bürouhr ziehen unerbittlich ihre Kreise. Es ist 20 nach 8, als ich die Bürotür hinter mir ins Schloss ziehe. Sofort sind wieder Bilder von dir vor meinem geistigen Auge. Es sind Standbilder, keine bewegten. Von dir im schwarzen Bikini, du im leichten Sommerkleid auf der Terrasse oder nackt schlafend in meinem Bett.
In meinem Auto ziehe ich mein Handy aus der Tasche, wähle deine Nummer aus den Kontakten und lausche dem Wählton. Mein Herz rast und der Puls schlägt mir bis zum Hals. Dreimal tuuut … viermal. Dann deine Stimme …
„Hier ist der automatische Anrufbea …!“ Enttäuscht lege ich auf, schmeiße das iPhone auf den Beifahrersitz und starte den Motor.
Wenig später sitze ich in meinem Wohnzimmer. Den ganzen Tag habe ich noch nichts gegessen, auch jetzt habe ich überhaupt keinen Appetit. Die Stille und Dunkelheit in der Wohnung sind kaum zu ertragen. Ich kann es nicht verhindern, dass mir wie so oft in den letzten Tagen, die Tränen in die Augen steigen.
Die Flugbegleiterin - Kapitel 2
Vom Traum zum Albtraum
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Die Flugbegleiterin - Kapitel 2
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