So, als wollte ich einen Schutz um mich herum aufbauen, ziehe ich meine Beine vor die Brust und lege meine Stirn auf den Knien ab. Die Anspannung löst sich. Ein Weinkrampf erfasst mich und lässt mich erzittern. Die Situation kommt mir leider sehr bekannt vor, es ist doch erst ein paar Tage her, dass es mir in meiner eigenen Dusche ähnlich dreckig ging.
Wie machst du das nur? Immer wenn ich dich am meisten brauche, bist du da! Ich bemerke einen kurzen kalten Luftzug, als du leise die Tür der Dusche öffnest und vorsichtig deinen Kopf durch den Spalt schiebst.
Sofort kniest du neben mir. Keine Vorhaltungen wie dumm ich doch war, oder, dass ich das ja wohl provoziert haben könnte. Keine Vorwürfe, wie schäbig ich mich dir gegenüber verhalten habe. Kein Wort von Vertrauensbruch und so. Still ziehst du mich an dich. Bist einfach nur da. Aber genau das ist es, was ich jetzt brauche. Deine Nähe, deine Wärme, dein Schutz und deine Zuneigung.
Das Nächste was ich bewusst wahrnehme ist ein flauschiges Saunatuch um meine Schultern und deine Hände, die mich damit vorsichtig abtrocknen. Geistesabwesend hebe ich meine Arme, über die in einer fließenden Bewegung ein großes T-Shirt fällt. Als kurz danach eine Shorts meine Beine nach oben wandert, erinnert äußerlich nichts mehr an den bisher schrecklichsten Moment meines Lebens.
Mit leichtem Zwang drückst du mich auf die Couch, wo du mich liebevoll mit einer sehr kuscheligen Decke zudeckst und mir eine vorbereitete Wärmflasche auf den Unterleib legst.
Dann verschwindest du in der Küche. Viel lieber hätte ich dich jetzt hier bei mir. Ich höre dich mit Geschirr und Besteck hantieren. Im nächsten Moment steht eine Tasse dampfender Kamillentee vor mir.
Der Tag war einfach zu viel für mich. Eine bleierne Müdigkeit überfällt mich.
„Und schon wieder bist du mein Retter! Bitte verzeih mir und bitte wirf mich nicht raus!
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