Die Flugbegleiterin - Kapitel 6

Fester Boden unter den Füßen

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Die Flugbegleiterin - Kapitel 6

Die Flugbegleiterin - Kapitel 6

Gero Hard

Dazu ein kleines Kettchen für meine Tochter. Mir ist klar, dass sie für diesen Schmuck noch viel zu klein ist. Aber auch in den herzförmigen Anhänger lasse ich unsere Namen eingravieren. So hat sie immer ein bleibendes Andenken.
Dann noch schnell einen geöffneten Blumenladen suchen. Keine Chance. Um diese Zeit helfen dann nur noch die Tankstellen mit ihren kargen Sortimenten. Aber immerhin erwische ich noch einen Strauß relativ frischer Sommerblumen. Kathi hat es in dem Geschäft kalt erwischt. Wie peinlich muss es ihr gewesen sein, als ihr vor allen Leuten das Fruchtwasser die Beine herabgelaufen ist. Ich hoffe, sie hat das in dem Moment völlig ausblenden können.
Auf jeden Fall hat sie die längst fertig gepackte Notfalltasche nicht dabeigehabt. Im Bett hatte sie noch dieses hässliche, hinten geschnürte OP-Hemdchen an. Weder praktisch, und schon gar nicht sexy.
Schnell ergänze ich die Tasche mit ein paar Nachthemden und ein paar Schlüpfern. Dann wieder zurück ins Krankenhaus.
In deinem Krankenzimmer erwartet mich ein Pulk von Menschen. 2x Oma, 2x Opa, 1x Frauke und 1x Marco. Mittendrin, immer noch müde aber strahlend, die beiden wichtigsten Frauen in meinem Leben. Entschuldige Mama.
Durcheinander wird darüber diskutiert, wem von uns denn nun dieses Kind ähnlicher sieht: … sieht aus wie die Mutter …, ist dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten …, so sah Tobi nach der Geburt auch aus ..., auf dem Babyfoto von Kathi, da … und, und, und!

Dein Kopf wechselt wie beim Tennis, von einem zum anderen. Dann siehst du mich im Raum stehen, verloren in der Mitte, mit meinen Blumen in der Hand, dein Blick strahlt so viel Glück und Liebe aus.
Dann zuckst du mit deinen Schultern, als wolltest du mir sagen: „Schatz, lass sie. Bald sind sie weg und dann haben wir beide uns wieder.“ Ich habe dich ohne Worte verstanden und nicke dir zustimmend zu.
Fast eine Dreiviertelstunde belagern dich die frischgebackenen Großeltern.

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