Jetzt ist es mir peinlich. Ich habe weder Blumen noch sonst ein Geschenk für dich. Darauf waren wir beide nicht vorbereitet. Sechs Wochen ist sie zu früh, die kleine Maus. Plötzlich hatte sie es ganz eilig.
„Ich war gerade beim Einkaufen, als mir mitten im Laden die Fruchtblase geplatzt ist. Mit starken Unterleibsschmerzen bin ich dort zusammengebrochen. Bis der Krankenwagen da war, sind ein paar Kundinnen bei mir geblieben und haben mir Beistand geleistet. Tja, dann mit Blaulicht hierher und von da an ging alles ganz schnell.“
„Ich sollte sauer auf dich sein. Wir wollten doch das Wunder der Geburt zusammen erleben. Und jetzt bin ich zu spät.“
Dabei streichle ich mit meiner flachen Hand über deine Haare. Es ist kaum mit Worten zu beschreiben, wie viel
Liebe und Hochachtung ich für dich, nicht nur in diesem Augenblick, empfinde. Ich bin dir so unendlich dankbar, dass du mir dieses kleine, wunderschöne Wesen geschenkt hast.
Schon beim ersten Blick in dieses kleine Gesicht ist mir völlig klar, dieses süße Wesen haben wir beide gezeugt. Es hat deine Augen, deinen kleinen Leberfleck am Hals, aber meine Nase und meine hohe Stirn.
Ich brauche keinen Vaterschaftstest um zu wissen, dass dieses kleine Mädchen aus meinem Samen entstanden ist. Noch während ich an deinem Bett sitze, beginne ich unsere Familien anzurufen. Deine und meine Eltern, Frauke und natürlich auch Marco. Auf meinem Stuhl hält mich nichts mehr. Aufgeregt laufe ich im Zimmer auf und ab, während ich überall die gute Nachricht überbringe.
Als ich mich zu dir umdrehe sehe ich, dass du erschöpft eingeschlafen bist. Leise verlasse ich das Zimmer und bitte Silke dir auszurichten, dass ich später nochmal vorbeikomme. Zur Belohnung bekommt sie dafür ein kleines Küsschen auf die Wange.
Mein Weg führt mich zum nächsten Juwelier. Es soll ein Ring für meine Frau sein, in den ich unsere drei Namen gravieren lasse, „Kathi, Tobi & Lea“.
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