Kurzatmig fallen wir zurück auf die Matratze, auf der sich schnell ein immer größer werdender Fleck bildet. Das schreit förmlich nach Wiederholung. Morgen, übermorgen, und sonst so oft es geht.
Am nächsten Tag bleiben wir Männer unter uns und die Frauen haben sich in das andere Hotelzimmer zurückgezogen. Wir haben uns vorgenommen, unsere Frauen das erste Mal in der Kirche in ihren Brautkleidern zu sehen. Deshalb fahren wir auch in getrennten Leihwagen zur Wedding Chapel.
Zusammen mit Marco stehe ich erwartungsvoll unter der bunten Pergola. Unsere Eltern stehen schräg versetzt hinter uns. Es gibt immer ein paar einheimische Zuschauer, die sich diese Zeremonien nicht entgehen lassen. So auch heute. Ich überfliege die Reihen und zähle etwa 30 Gäste, die mehr oder weniger festlich gekleidet auf den Bänken verteilt sitzen.
An der Seite steht ein übergroßer Teller mit einem Bügel darüber. Darauf sitzen 4 weiße Tauben, die gurrend immer mal wieder ein paar Körner aufpicken und auf ihren Einsatz warten. Dann geht die Tür auf, und es verschlägt mir die Sprache! Plötzlich habe ich einen dicken Kloß im Hals, und kann mir nur schwer die Tränen der Rührung unterdrücken! Eure Augen strahlen wie Diamanten, auch, wenn ihr eure Tränen nicht zurückhalten könnt, weil ihr uns weinen seht.
Wie zwei in zarter Seide gehüllte Engel schwebt ihr Schwestern auf uns zu. Langsam, mit gemächlichen Schritten. Es sind nur etwa 10 Meter von der Tür bis zu uns, aber ihr Frauen zelebriert jeden einzelnen eurer Schritte. Alle Augenpaare sind auf euch wunderschönen Wesen geheftet. Wie Zwillinge habt ihr euch für gleiche Kleider entschieden, schneeweiß, schulterfrei, das Dekolleté und die Ärmel aus feinster Spitze. Der obere Teil der Kleider liegt eng an euren Oberkörpern, ein tiefer Ausschnitt betont eure wunderschönen Brüste. Eine Korsage führt zu dem weit geschnittenen Rock, der über und über mit kleinen glitzernden Steinchen verziert ist und mit einer kurzen Schleppe endet.
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