Meine Hand führte es instinktiv zu meiner Nase; sooo duftete sie also. Ich konnte nicht anders, meine Zunge wollte ihren Geschmack probieren. Leicht salzig, aber genauso muss eine Frau duften, ohne Parfum, einfach nach Frau!
Meine Hand glitt rechts in den Sitz – das Buch! Sie hatte ihr - mein - Buch vergessen. Ich zog es hervor und blätterte darin. Zwischen den Seiten fiel mir ein gefalteter Zettel auf. Es war die Rechnung eines Mobiltelefonanbieters; offensichtlich hatte sie das Blatt als Lesezeichen benutzt. Name, Adresse und Mobilnummer standen darauf! Jackpot! Verena Kemper hieß sie also. Auf der Rechnung war eine Adresse in Darmstadt…
Ich beschloss, ihr das Buch per Post zu schicken, natürlich mit einer Widmung und meiner Visitenkarte. Die würde bestimmt ein besseres Lesezeichen abgeben...
Mit meinen Gedanken bei ihr schaute ich aus dem Fenster. Was, wenn es gar nicht ihre Rechnung war? Vielleicht die Rechnung ihrer Tochter? Trotzdem beschloss ich, sie nachher anzurufen, wenn ich in meinem Hotel in Frankfurt war.
Nach knapp einer halben Stunde kam ich in Frankfurt an; jedoch war mein Zeitplan so eng, dass ich vom Hotel direkt zu meinem Verleger fuhr.
Es war ein gelungener Termin. Den Vertrag für meine neue Buchreihe hatte ich in der Tasche, dazu mit noch besseren Konditionen, als ich ursprünglich erwartet hatte.
Also fuhr ich am späten Nachmittag mit bester Laune zurück ins Hotel. Dabei kam mir wieder Verena in den Sinn. Ich genehmigte mir einen Whisky aus der Minibar, fläzte mich in den gemütlichen Lounge-Sessel und wählte ihre Nummer.
Tuuut, tuuut, tuuut… Was, wenn jemand anderes abnahm? Was, wenn sie gerade mit ihrem Mann zusammen war?
„Ja, hallo!?“
Ja, zweifellos, es war ihre Stimme. „Ja, ähm, hier Blixen. Haben Sie einen Moment?“
„Blixen?“, fragte sie.
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