Die Frau erster Klasse

Showtime - Teil 1

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Die Frau erster Klasse

Die Frau erster Klasse

Lenard D. Blixen

Ob das damit zu tun hatte, dass sie am nächsten Halt aussteigen würde?
Jedenfalls der Mann, der mir bislang schräg gegenüber im Mittelsitz gesessen hatte, steckte sein Handy ein, erhob sich, nahm seine Jacke und seine Aktentasche und schickte sich an, das Abteil zu verlassen.
Zu meiner Überraschung jedoch blieb die hübsche Dame sitzen, von der ich bisher dachte, sie sei seine Frau oder zumindest seine Begleiterin.
„Auf Wiedersehen“, sagte er. Wir antworteten ebenfalls: „Auf Wiedersehen“. Er schob die Abteiltür hinter sich zu und ging seiner Wege.

Nun schaute mich die Brünette mit einem prüfenden Blick an. Ihre rehbraunen Augen fanden die meinen, und wir verharrten, einander sehr tief in die Augen blickend.
Die Zugbremsen quietschten, der Zug wurde langsamer, bis er zum Stillstand gekommen war. Draußen Lautsprecherdurchsagen und geschäftiges Treiben, was durch die gute Schallisolierung des Waggons aber nur gedämpft ins Innere drang.
Das Signal ertönte, dass in einigen Sekunden die Türen schließen würden und die Fahrt weiterging.
Ich versuchte, mich gegen meinen voyeuristischen Trieb zu wehren, über den Rand meines Tabletts zu schielen und die schlanken Beine der schönen Unbekannten mir gegenüber intensiv abzuscannen. Vergeblich!
Nein! Jetzt war auch noch der Saum ihres Kleides einige wenige Zentimeter hochgerutscht, gerade so viel, dass sich meine Augen an dem Übergang von Spitze zur zarten Haut ihres Oberschenkels schier festsaugten.
Um nicht den Eindruck zu erwecken, ich starrte sie an, um möglichst noch einen Blick auf den Eingang zu ihrem Tempel zu erhaschen, schaute ich wieder auf mein Arbeitsgerät. Ich räusperte mich.
Währenddessen schaute sie wieder in ihr (mein) Buch. Ihre rechte Hand hatte sie auf ihre linke Schulter gelegt und streichelte sich gedankenverloren.

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Gedichte auf den Leib geschrieben