Die Frau erster Klasse

Showtime - Teil 1

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Die Frau erster Klasse

Die Frau erster Klasse

Lenard D. Blixen

Zäh rann die weiße Soße an der Rückenlehne herunter, um in einem kleinen See auf der Sitzfläche zusammenzufließen.

„Du hättest mir ruhig in den Mund spritzen können! Ich war so geil, ich hätte alles geschluckt!“
Ein kleiner Spritzer war doch auf ihrem Unterarm gelandet. Sie rieb ihren Finger darüber und schleckte ihn ab. „So schmeckst Du also!“

Mittlerweile hatte sie ihr Kleid sittsam heruntergezogen und sich wieder in ihren Sitz gesetzt. Ich verstaute meinen erschlafften Schwanz wieder in der Hose, als es aus dem Bordlautsprecher tönte: „Nächster Halt Mannheim Hauptbahnhof.“
Auch ich saß wieder auf meinem Platz.

Ich hatte das Bedürfnis, etwas zu sagen, wenigstens meinen Namen, in der Hoffnung, auch ihren zu erfahren. Sie schaute mich nur an mit ihren wunderschönen großen Reh-Augen: „Schschsch, da kommt jemand!“

Tatsächlich, die Abteiltür wurde aufgeschoben, und ein untersetzter älterer Mann kam ins Abteil. Er hatte einen grauen Haarkranz, trug eine graue Hose, ein hellblaues Hemd und eine graue Strickjacke. Auf der Nase hatte er eine Nickelbrille mit runden, offensichtlich ziemlich starken Gläsern. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. „Tach“, murmelte er und setzte sich neben meine so hübsche, so hübsch geile Lady. Mitten rein in meine Nachkommenschaft, was er wohl aber überhaupt nicht bemerkte.

Wir schauten uns an, konnten uns kaum halten und verbargen unsere Gesichter mit einer Hand, den Blick aus dem Fenster gerichtet. Ich räusperte mich lautstark, um ein Taschentuch herauszuholen und meine Nase zu schnäuzen.
Der Mann neben ihr – immer noch kannte ich nicht ihren Namen –, ließ sein Kinn auf die Brust sinken und fing bald darauf an, leise zu schnarchen.

Alle weiteren Versuche meinerseits, mit ihr zu kommunizieren, ließ sie ins Leere laufen; schade!

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