Die Frau erster Klasse

Showtime - Teil 1

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Die Frau erster Klasse

Die Frau erster Klasse

Lenard D. Blixen

Noch zwei Stationen, dann hatte der ICE meinen Zielbahnhof erreicht. Ich hatte leichte Kopfschmerzen, für mich eigentlich ungewöhnlich. Es sei denn, ich hatte mal etwas tiefer ins Glas geschaut, was eher selten vorkam.
Aber ich zermarterte mir gerade das Hirn, ob das, was sich vor wenigen Minuten hier im Erster-Klasse-Abteil der Deutschen Bahn abgespielt hatte, real war oder ob es nur eine Sinnestäuschung gewesen war. Vielleicht einer meiner feuchten, schwülen Auswüchse. Es war jedenfalls etwas Gewaltiges, etwas total Abgefahrenes!
Ich nahm keinerlei Drogen wie Kokain, LSD, irgendwelche Magic Mushrooms oder andere psychedelische Substanzen. Ok, ich hatte eine extrem ausgeprägte Fantasie, speziell im sexuellen, erotischen Bereich. Mancher würde sogar sagen: Versaut, pervers und übersteigert.
Wie in Trance schweifte mein Blick durch das Abteil. Mir schräg gegenüber saß der alte Mann; sein Kinn war immer noch auf seine Brust gesunken, und er schnarchte leise vor sich hin. Sein Kopf und manchmal auch sein Oberkörper wogen im Takt, wie es das Schaukeln des Abteils vorgab.
Mein Blick fiel auf meinen Schoß. Meine Hand lag auf meinem Buch. Nein, es war ihr Buch! Zwischen den Seiten lugte die Mobilfunkrechnung hervor. Ihre Mobilfunkrechnung! Doch dann fiel mein Blick auf den Boden vor meinen Füßen. Er glänzte, als wäre er vor einem Moment nass aufgewischt worden. Ich schaute auf, suchte dieses dreieckige, gelbe Schild, welches vielleicht von außen an der Abteiltür hing: „Slippery when wet“. Nichts.

Aber der Reihe nach…

Damals wohnte ich in Baden-Baden. Meistens ist die Autobahn von der Kurstadt am Schwarzwald nach Frankfurt gerammelt voll. Abgesehen davon gibt es auf diesem Teil des Fernstraßennetzes ständige kilometerlange Baustellen. Staus sind an der Tagesordnung.

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