„Kindergeburtstag!“ antwortete ich, worauf wir beide lachten. Wir standen ganz nah zusammen und ich berührte ihren Arm.
„Wie ist das,“ fragte Romy, „mit Dir und den Frauen? Die laufen Dir doch sicher scharenweise hinterher!“ Sie war ein Stückchen weiter gegangen und stand jetzt vor drei Bilderrahmen mit Collagen meines Neffen.
„Nicht wirklich!“ Ich war stehen geblieben und betrachtete meine abendliche Besucherin. Länger als ein halbes Jahr hat nur eine Beziehung gehalten. Und die meisten habe ich von mir aus ganz schnell beendet.“
„Darf ich fragen, warum?“
Ich war Romy gefolgt und stand nun schräg hinter ihr. „Blond, schlank, attraktiv und willig mussten sie sein!“ antwortete ich ehrlich. „Und wenn es im Bett richtig gut gepasst hatte, waren sie nicht gerade die hellsten in der Birne. Und diejenigen, mit denen man sich auch gut unterhalten konnte waren,“ ich überlegte kurz, wie ich mich ausdrücken sollte, „naja, eher die Konservativen. Wenn Du verstehst?!“
Romy passte so überhaupt nicht in mein Beuteschema. Deshalb erzählte ich auch so offen über meine Verflossenen. Frauen mit einer Figur wie Romy, um die machte ich bisher einen großen Bogen, wenn es um ein Date ging. Zugegeben, ihr Gesicht war hübsch! Aber ich ertappte mich gerade dabei, Romy attraktiv zu finden! Kann das sein? Küssen, flachlegen und tschüss…Nein, diese Frau hatte was! Ihr Humor? Oder weil sie sich so gab, wie sie sich gab?
Ich erläuterte Details zu einem Bild, das meine Besucherin gerade betrachtete. Dann lenkte ich mit der Frage, wo denn ihr Junior sei, unser Gespräch in eine andere Richtung.
„Manuel?“ Romy drehte sich um. Unsere Gesichter waren jetzt nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und beinahe auf Augenhöhe. Ihre Stiefel hatten doch ganz schön Absätze und ich war nur in Socken. „Der ist heute bei seinem Vater!“
Ich überlegte, ob ich es wagen sollte sie zu küssen.
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