Die Freundin meiner Freundin

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Die Freundin meiner Freundin

Die Freundin meiner Freundin

Jürgen Lill

Das Abendkleid, in dem sie zurückkam, hatte etwas Verruchtes an sich, was in einem eigenartigen Kontrast zu ihrer zarten Erscheinung und ihrem scheuen Blick stand. Aber das machte auch einen großen Reiz aus, wie ich fand.
Ich überlegte, wo ich die Bilder von Rahel machen könnte. Die Aussicht auf ein Shooting beschäftigt mich immer sehr. Ich habe zwar nie fertige Bilder im Kopf, sondern nur eine Grundidee, wie ich ein Shooting gestalte, aber dazu muss ich mir auch erst einmal über die Location klar sein, weil die sehr wichtig für die Atmosphäre der Bilder ist. Für das Sommerkleid entschied ich mich für den Stadtpark und für das Abendkleid für ein altes, leerstehendes, halbverfallenes und von Efeu überwuchertes Haus. Das Problem dabei war nur, dass die beiden Locations ziemlich weit voneinander entfernt liegen. Und da ich keine Shootings unter Zeitdruck mache, war sehr unwahrscheinlich, dass wir die beiden Shootings an einem Tag schaffen würden, ohne dass das in Stress ausarten würde. Das sagte ich dann auch, als ich bis dahin in meinen Gedankengängen gekommen war.
Ich hatte mit einer enttäuschten Reaktion von Rahel gerechnet. Aber sie fragte mich nur: „Können wir nicht an mehreren Tagen Bilder machen?“
Ich zuckte mit den Schultern und antwortete: „Von mir aus gerne.“
Also planten wir gleich für den nächsten Tag das Shooting im Stadtpark.
An diesem ersten Abend zog ich mich dann doch bald zurück, um Selina und Rahel erst einmal ungestört miteinander reden zu lassen. Ich wollte noch ein wenig trainieren und dann noch etwas lesen. Trainiert habe ich aber zum Lesen fehlte mir absolut die Konzentration. Mir ging das Bild von Rahel in dem durchscheinenden Sommerkleid nicht aus dem Kopf.
Selina und Rahel saßen noch lange zusammen. Als Selina schließlich ins Bett kam, schlief ich bereits.
Während der Nacht musste ich einmal auf die Toilette. Gewohnheitsmäßig ging ich so nackt, wie ich auch schlief.

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Aus dem Leben gegriffen...?

schreibt Rover

So mancher unserer Kollegen des wundervollen Hobbys Fotografie ist sicherlich bereits ebenfalls diesem Dilemma begegnet, oft ist es zwar schwer, aber unumgänglich, die notwendige Professionalität zu wahren, auch als Amateur! So finde ich zum Beispiel die Verwendung einer Telelinse nicht übel, ich selbst praktiziere dies ebenso, aus Respekt vor dem Modell. Die Spannung während der shootingtermine ist sehr gut beschrieben, das After-Shooting ist allerdings ganz persönlich und hat mit dem Fotojob nichts mehr zu tun. Dennoch anregend und lesenswert! Ich wünsche Dir weiterhin gutes Licht und inspirierende Motive!

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