Die Freundin meiner Freundin

104 38-58 Minuten 2 Kommentare
Die Freundin meiner Freundin

Die Freundin meiner Freundin

Jürgen Lill

Ich trat ein und errötete vermutlich sofort wieder bei der äußerst reizvollen und prickelnden Vorstellung, dass Rahel Selina und mich gesehen hatte. Sie trug bereits ihr Sommerkleid, lümmelte auf dem Sofa und schrieb etwas in eine Art Tagebuch.
„Tut mir leid“, stammelte ich verlegen. „Es hat ein bisschen länger gedauert, Selina wach zu bekommen.“  
Rahel schenkte mir ein bezauberndes Lächeln und sie antwortete: „Das macht nichts.“
„Danke“, antwortete ich und fuhr fort: „Wenn Selina aus dem Bad kommt, können wir frühstücken.“
Ein paar Minuten später saß ich mit Selina und Rahel am Frühstückstisch.
Da sich der Himmel inzwischen bewölkt hatte, disponierten wir kurzfristig um und zogen das Shooting im Abendkleid in dem alten Haus vor. Rahel zog sich aber nicht mehr um, bevor wir losfuhren, sondern nahm sich ihr Abendkleid nur mit. Selina kam auch mit. Mit ihr war ich schon öfter in dem halbverfallenen Gebäude gewesen. Und von ihr hatte ich dort auch schon Bilder gemacht.  
Während der Fahrt hatte es bereits zu Regnen begonnen. Wir schlüpften also schnell durch das nur schlecht verschlossene Tor in der Mauer, die das Haus umgab und huschten in das verwunschene, alte Gebäude.
Während Rahel sich umzog und mit Selinas Hilfe nur ganz dezent schminkte, sah ich mich in dem Haus um. Eigenartigerweise sehen alte, verlassene Häuser, in denen kein Mensch mehr wohnt, fast jedesmal anders aus, wenn man sie wieder betritt. Ich bin mir nicht sicher, ob das an dem langsamen Verfall liegt, oder daran, dass sich auch andere Leute heimlich in solche Häuser schleichen und dort beabsichtigt oder unbeabsichtigt irgendwelche Veränderungen vornehmen.
Ich suchte schon nach einigen Stellen und Perspektiven, an und aus denen ich Rahel fotografieren konnte. Und als sie umgezogen und geschminkt war, fingen wir auch gleich an.
Es war ein sehr schönes, entspanntes, lustiges, aber auch anstrengendes Shooting.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 17817

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Aus dem Leben gegriffen...?

schreibt Rover

So mancher unserer Kollegen des wundervollen Hobbys Fotografie ist sicherlich bereits ebenfalls diesem Dilemma begegnet, oft ist es zwar schwer, aber unumgänglich, die notwendige Professionalität zu wahren, auch als Amateur! So finde ich zum Beispiel die Verwendung einer Telelinse nicht übel, ich selbst praktiziere dies ebenso, aus Respekt vor dem Modell. Die Spannung während der shootingtermine ist sehr gut beschrieben, das After-Shooting ist allerdings ganz persönlich und hat mit dem Fotojob nichts mehr zu tun. Dennoch anregend und lesenswert! Ich wünsche Dir weiterhin gutes Licht und inspirierende Motive!

Aus dem Leben gegriffen...?

schreibt Rover

So mancher unserer Kollegen des wundervollen Hobbys Fotografie ist sicherlich bereits ebenfalls diesem Dilemma begegnet: oft ist es zwar schwer, aber unumgänglich, die notwendige Professionalität zu wahren, auch als Amateur! So finde ich zum Beispiel die Verwendung einer Telelinse nicht übel, ich selbst praktiziere dies ebenso, aus Respekt vor dem Modell. Die Spannung während der shootingtermine ist sehr gut beschrieben, das After-Shooting ist allerdings ganz persönlich und hat mit dem Fotojob nichts mehr zu tun. Dennoch anregend und lesenswert! Ich wünsche Dir weiterhin gutes Licht und inspirierende Motive!

Gedichte auf den Leib geschrieben