Die Freundin meiner Freundin

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Die Freundin meiner Freundin

Die Freundin meiner Freundin

Jürgen Lill

Rahel vertraute sich mir vollkommen an und ließ sich bedingungslos von mir leiten. Zu Beginn war sie noch etwas verkrampft. Das legte sich aber sehr schnell.
Ich war absolut in meinem Element. Beim Fotografieren fällt meine Schüchternheit vollkommen von mir ab. Da bin ich ein Jäger, immer auf der Jagd nach der perfekten Einstellung und der besten Perspektive. Ich fotografiere fast ausschließlich mit einem Teleobjektiv, bewahre also fast immer Distanz zu meinen Models, so dass diese sich niemals von mir bedrängt fühlen.
Auch Rahel fühlte sich sichtlich wohl. Wir scherzten und lachten viel, wozu auch Selina mit einigen trockenen Bemerkungen und Späßen, meist auf meine Kosten, beitrug. Und so verflogen die Stunden wie im Flug.
Ich hatte Rahel in einem von Efeu überrankten Fenster positioniert, auf der breiten Treppe viele Blickwinkel und Positionen durchprobiert, einige Bilder in dem großen Salon gemacht, bei dem die Decke schon durchgebrochen war, und so weiter. Vorsorglich hatte ich von zuhause auch eine Flasche Rotwein und ein Weinglas mitgenommen. Es war ein wunderschöner Kontrast, Rahel in ihrem eleganten Kleid mit einem Weinglas in der Hand in dieser Ruine eines Hauses zu sehen.
Als ich schließlich selbst keine Blickrichtungen mehr entdeckte, die für dieses Shooting noch etwas hergegeben hätte, beendeten wir das Shooting. Erst jetzt merkte Rahel, wie anstrengend es ist, Modell zu stehen. Sie war völlig erschöpft, aber auch glücklich, überdreht und neugierig auf die Bilder, die an diesem Tag entstanden waren.
Während Selina und Rahel zuhause das Essen bereiteten, lud ich die Bilder auf meinen PC. Und nach dem Essen machte ich mich sofort daran, mir einen Überblick über die Bilder zu verschaffen, sie entsprechend zu drehen und unscharfe und solche, auf denen Rahel geblinzelt hatte, oder sonst irgendwie ungünstig getroffen war, zu löschen.

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Aus dem Leben gegriffen...?

schreibt Rover

So mancher unserer Kollegen des wundervollen Hobbys Fotografie ist sicherlich bereits ebenfalls diesem Dilemma begegnet, oft ist es zwar schwer, aber unumgänglich, die notwendige Professionalität zu wahren, auch als Amateur! So finde ich zum Beispiel die Verwendung einer Telelinse nicht übel, ich selbst praktiziere dies ebenso, aus Respekt vor dem Modell. Die Spannung während der shootingtermine ist sehr gut beschrieben, das After-Shooting ist allerdings ganz persönlich und hat mit dem Fotojob nichts mehr zu tun. Dennoch anregend und lesenswert! Ich wünsche Dir weiterhin gutes Licht und inspirierende Motive!

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