Die Gottesanbeterin

6. Teil aus "Schwüle Nächte im Urwaldtempel"

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Die Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin

Peter Hu

...Larissa C. Kraft hatte sich schon seit frühster Jugend mit dem Virus der „Chronischen Neugierde“ infiziert. Darum konnte sie auch keiner neuen Entdeckung lange widerstehen. Mochten sie auch noch so gefährlich sein.
Sie hatte inzwischen das Zentrum der großen Pyramide erreicht. Ein Paar typische Pfeil-abschuss-maschinen der Einsteigerklasse, hatte sie bereits mit Bravur überwunden. Ihre gut trainierten Muskeln auch schon wieder an einer stattlichen Zahl von Schwingstangen auf die Probe gestellt. Dann folgten spannende Klettereien an grobem Naturstein in schwindelerregenden Höhen. Nicht zu vergessen: Mörderisches Hüpfen auf knappen, morschen Holzpflöcken, …beinahe hätte sie diesmal das Gleichgewicht verloren. Denn der rechte Träger ihres extrastarken Sport-BH`s war gerissen (Beschwerde an den Hersteller während der Zwischenlandung auf Felsvorsprung wurde notiert). Ja, ein bisschen Todesangst gehörte halt dazu. Dieser Kick war einfach das Salz in der Suppe des Abenteuerrinnen-Berufs…
Doch endlich hatte sie gefunden, wonach sie gesucht hatte: Ein bisschen Gold für die Reisekasse; ...aktuell in Form von zwei goldenen Zahnrädern. Man nahm halt mit, was man fand.
Sie waren Teil eines bemerkenswerten Wechselgetriebes, das mehrere Übersetzungsverhältnisse besaß. ‚Handelte es sich um eine Astronomische Uhr? …oder etwa nur um den simplen Antrieb dieses Lastenaufzuges, der einst vielleicht Priester und Opfer auf die Spitze der Opferanlage transportiert hatte?‘
Einerlei. Der 3:1 Zahnradsatz passte jedenfalls wunderbar in ihren kleinen Rucksack; ...war genau richtig für die Mission. Nicht zu leicht und nicht zu schwer, ...und besaß genügend Unzen, um ihr ein paar schöne Jahre in der Karibik zu finanzieren. Scheiß auf die Wissenschaft. Gewisse Rätsel mussten halt ungelöst bleiben, um Raum für spannende Spekulationen zu schaffen...
Beherzt griff die Raubarchäologin in das antike Ersatzteilregal und zog die Räder heraus.
Plötzlich klackte es bedrohlich. Sekundenbruchteile später traf sie ein wuchtiger Schlag in die Kniekehlen. Augenblicklich riss es die Heldin von den Füßen. Einen solchen Sicherungsmechanismus kannte sie noch nicht. Diese Falle war echt hinterhältig, ...und noch in keinem Handbuch für Raubgräber/innen vermerkt worden (‚würde sie sich gleich notieren, wenn sie dieses Abenteuer überlebt hatte‘). Jedenfalls hatte das Miststück von Fallenkonstruktör das Ding derart tückisch konstruiert, dass es sein Opfer automatisch auf eine bereitstehende Transportloore warf. ...Wieder ein Klacken. ...Die Bremsen lösten sich. ...Bemerkenswert langsam setzte sich das Gefährt in Bewegung. Denn es wusste, der Schlag in die Kniekehlen würde dem Opfer genügend Probleme bereiten, dass es nicht so schnell wieder auf die Beine kam, um rechtzeitig heraus zu springen...
Die vollbusige Raubwissenschaftlerin war in eine Art überdimensionale, rollende Mausefalle geraten. Zangenartig wurde sie plötzlich von zwei goldenen Bügeln umfasst. Der erste presste ihre Oberarme gnadenlos zusammen. Empfindlich schnitt das edle Metall in ihre mächtigen Titten. Denn er war für schmächtige Indios konstruiert. Der Zweite schloss sich um ihre muskulösen Oberschenkel, knapp über den Knien. ...‘Verdammt, das saß wirklich alles sehr eng‘...

Auf goldenen Schienen ging es abwärts; ...hinab in den Schlund einer sich zusehends verengenden Tunnelröhre. Langsam gewann die Loore an Fahrt. Zum Glück gelang es Larissa, ihre Lampe am Gürtel ihrer Shorts noch rechtzeitig einzuschalten.
Doch war das wirklich ein Glück? Denn jetzt konnte sie bereits schemenhaft erahnen, worauf sich ihr Gefährt zu bewegte: Nämlich auf einen wahren Wald von rasiermesserscharfen Obsidiansplittern. Die sinnigen Erbauer der Schreckensanlage hatten sie als kleine Überraschung abwechselnd an Tunneldecke und Tunnelwänden befestigt.
Ein erster Splitter ritzte die Haut ihres rechten Oberschenkels. Es blutete kaum, brannte aber höllisch.
Ein zweiter Splitter schoss an ihrem linken Auge vorbei. ‚Noch mal gut gegangen‘, ...dachte sie noch. Doch Sekundenbruchteile später, ritzte der selbe Stein ihre linke Titte, ...wenngleich auch ebenfalls nur ein harmloser, brennender Kratzer entstand. Wenn der Fallenbügel nicht zufällig die Auslagen platt gedrückt hätte; … das Maßacker wollte man sich gar nicht ausdenken...

Larissa versuchte nach ihren Pistolen zu greifen, um den Ring, der ihre Beine gefangen hielt, aus der Verankerung zu schießen. Diese Aktion barg ein gewisses Risiko. Aber was hatte sie schon zu verlieren. Am Ende dieser rasanten Fahrt, wartete ohnehin nur der sichere Tod auf unsere wohlgeformte Heldin. Und das wäre echt eine Schande gewesen…
Larissa feuerte also kurzentschlossen direkt aus den Holstern. Drei mal zog sie den Abzug durch. Zum Glück kein Querschläger in ihre Richtung. Die Hitze der Feuerlanzen hatte leichte Spuren auf ihren nackten Schenkeln zurück gelassen. Ein paar dünne Flaumhärchen waren versengt, und es brannte wie ein heftiger Sonnenbrand. Doch das war ein geringer Preis für ihr Leben…
Der goldene Bügel, schade genug um das wertvolle Stück, wurde jedenfalls von zwei Volltreffern aus der Verankerung gerissen und flog in die dunkle Röhre; ...keinen Augenblick zu früh. Geistesgegenwärtig zog sie die Waffen und drehte sie auf den Zeigefingern. Dann feuerte sie beide Magazine in die eigene Richtung leer. Die Abzüge betätigte sie jetzt mit den Daumen. Kugeln pfiffen an ihren Schultern und Ohren vorbei. Dabei hagelte es jede Menge feinster Obsidiansplitter.
Die schwertlangen Zapfen, aus denen sie gerade noch bestanden hatten, hätten unsere schöne Heldin in Stücke geschnitten...

Und sie hatte noch mehr Glück: Ihr Trommelfeuer hatte einen Felsbrocken aus der Tunneldecke gelöst. Im idealen Augenblick stürzte er herab und blockierte die Räder des Gefährts. Eine halbe Sekunde später, und er wäre mitten in die rasende Loore gestürzt. Das hätte Larissa natürlich auch nicht überlebt. Doch bevor die Loore in die Tiefe stürzen konnte, wurde sie hart aber sicher gestoppt. Keine zwei Meter weiter, und die goldenen Schienen verliefen ins nichts...
Dreißig Meter tiefer wartete ein Lanzenwald. Die Raubgräberin konnte nur hoffen, dass der blockierende Stein fest genug lag...

...Larissa hatte jetzt nur noch ein Problem zu lösen. Wie bekam sie die Arme frei? Doch jetzt hatte sie ja deutlich mehr Zeit zum nachdenken…
Konzentriert schob sie die Pistolen in die Holster zurück.
‚Das mit Diamantensplittern besetzte Sägeseil. ...Natürlich!‘ ...kam ihr auch bald der rettende Gedanke.
Mit einiger Mühe gelang es der Schweißglänzenden, den kleinen Helfer aus der Gürteltasche zu fingern. ...‚Jetzt bloß nicht fallen lassen.‘
Vorsichtig führte sie das scharfe Sägeteil durch ihre fleischige Busenspalte hindurch, was alles andere als einfach war, denn der Bügel presste beide Oberarme noch immer fest an ihren Körper. Doch endlich hatte sie beide Daumen durch die Ringe gezogen und begann in denkbar ungünstiger Position zu sägen. Sie hatte nur wenige Zentimeter Sägehub. Es würde Stunden dauern. Durch die Anstrengung hatte sich bereits ein kleiner See aus Schweißtropfen in der Schlucht zwischen ihren bemerkenswerten Brüsten gebildet. Langsam verwandelte er sich in einen Fluss; einen Fluss, der jeden Goldschürfer verrückt gemacht hätte. Denn er blitzte geradezu von goldenen Sägespänen, und der Rest des Anblicks war auch nicht gerade übel...

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Die Gefangene Carina wurde derweil im Triumphzug ins Indiodorf geführt. Inzwischen war man wieder ebenerdig unterwegs. Die nackte Beute marschierte stolz erhoben Hauptes zwischen den flankierenden Kriegern einher und trug die Halsschlinge wie ein Ehrenzeichen. Sie wusste, dass sie den Kriegern nicht die Eier nehmen durfte. Die Blonde hatte sich nicht geirrt. Die sechs Kerle fraßen ihr inzwischen aus der Hand. Zwar trug sie ein paar frische Striemen, um der Tradition zu genügen. Doch die Schöne hatte sie mit Wonne und ohne jegliche Fesselung empfangen. Denn was ist schließlich geiler, als Lust Schmerz miteinander zu vereinen? Danach wurde sie mit einem ausgiebigen Gang-Bang mit anschließendem drei Gängemenü belohnt. Zwei der sechs Jungs, waren sogar noch einmal extra in den Wald herab geklettert, um Salat und Gemüse und Obst zu organisieren...

...Derartige Spuren auf der Haut, galten hier einfach als Zeichen der Unterwerfung. Doch wer hier wen unterworfen hatte, stand noch in den Sternen. Carina war extrem erregt. Sie war so feucht, dass es ihr an den Innenseiten der Schenkel herab rann, Denn sie liebte Nacktheit vor Publikum.
Sie wäre wohl buchstäblich ausgelaufen, hätte sie die Sprache der „Kleinen Roten“ verstanden, ...oder auch nur geahnt, welch prickelndes Ritual diese geilen Wilden noch für sie bereit hielten...

Die Dorfbewohner waren sich nicht einig, was sie mit dieser weißen Gefangenen anstellen sollten. Die jungen Jäger behaupteten, ihnen sei eine Göttin in die Hände gefallen.
Die Dorfältesten bezweifelten das. Denn welche Göttin stellte sich so dumm an, sich von einer Horde Grünschnäbel überwältigen zu lassen?
Doch die Grünschnäbel führten an, dass die Göttin sich vielleicht habe fangen lassen wollen, damit man sie in dieses Dorf führte.

Die Ältesten lachten darauf nur.
...„Geil hat sie euch gemacht. Wir sehen doch, wie hart ihr sie heran genommen habt. Und sie tropft schon wieder. Ein ganz gewöhnliches Weib aus den Siedlungen der Weißen. Schön?Ja, ...außergewöhnlich sogar. Doch das einzig Göttliche an ihr, ist ihr nymphomaner Trieb“, ... entschied schließlich der Häuptling.
„An den Marterpfahl mit ihr. Da sie nur ein Weib ist und kein Krieger mit Ehre, werden wir sie nicht zu Tode martern. Doch jedem Mann und jeder Frau steht es in dieser Zeit frei, sich ihrer zu bedienen; ganz gleich in welcher Art. Drei Tage und drei Nächte soll sie dort zur öffentlichen Verfügung stehen. Wenn sie es übersteht, ist sie vielleicht doch eine Göttin; ...aber in jedem Fall frei.
Wenn nicht? ...wir hatten schon lange keinen Eintopf mehr...“
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„Nein!“ ...legte der mächtige, allseits verehrte, aber auch gefürchtete, oberste Schamane sein Veto ein.
„Wenn wir eine lebende Göttin schänden, wird sie nur stärker und am Ende mit Macht über uns kommen. Denn ihre irdische Erscheinung ist nur eine Versuchung, um unser Sinnen zu prüfen.“
„Krümmen wir einer Göttin auch nur ein Haar, wird sie unser Volk verfluchen. Und weil wir als Menschen zu schwach sind zu erkennen, verlange ich ein unanfechtbares Gottesurteil.
Möge darum die „Angebetete“ das Urteil fällen. Wenn sie vom Fleische der Schwester kostet, haben wir es mit einer Göttin zu tun, die uns mit Glück und immer vollen Töpfen segnet.“
„Verschmäht die Angebetete unsere Gabe, ...dürfen wir uns auf einen schmackhaften Eintopf freuen...“
(...Die Gottesanbeterin ist den Indios ein heiliges Tier. Auch in ihrer Sprache hatte das edel anmutende Insekt etwas Göttliches. Doch hier war es nicht die Anbeterin, sondern die Angebetete. Sie ernährt sich sowohl von kleineren Insekten, als auch vom Aas größerer Tiere. Auch lebendigem Warmblüterfleisch ist sie nicht abgeneigt, wird aber meist nach dem ersten Bissen von den Wirten verjagt. Denn ihr Biss ist ähnlich schmerzhaft, wie das Kneifen einer Hummel.)

...Schamanen kochen gern ihr eigenes Süppchen, ...und streben meistens nach Macht. Und der höchste Schamane dieses Stammes, war darüber hinaus auch noch ziemlich pervers veranlagt.
Diese „Weiße Göttin“ kam ihm gerade recht. Sie war so ziemlich die geilste Hündin, die ihm je unter die Augen gekommen war. Und er mochte es exotisch, ...nicht nur, wenn es um Eintöpfe ging.
Eine Göttin in seinen Diensten, machte ihn zum mächtigsten Mann des Stammes. Und ein derart geiles Fickgerät im Schlafgemach, dazu auch noch zum glücklichsten. Auch wenn sie nicht verstand, was hier geredet wurde. Die ausgelieferte Situation machte sie ziemlich geil. Der Glanz zwischen ihren Schenkeln war nicht zu übersehen...

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Tako hatte zwei Sorten von Gottesanbeterinnen in seinem Orakelkasten.
Die Hungrigen, ...und die Satten. So konnte er jedes Orakel für sich entscheiden. Er griff in die Box mit den blassen, beinahe durchsichtigen Exemplaren. Hungrig, ...ganz ohne Zweifel.

Carina wurde rittlings auf den wuchtigen Altarstein, mitten auf dem großen Platz geschnallt. Sie hatte nicht die blasseste Ahnung, was hier mit ihr geschehen sollte.

Später würde in ihrem intimen Reisebericht zu lesen sein...:

So lag ich auf diesem wuchtigen Stein, ...hilflos, nackt und ausgeliefert. Tausend Augen ruhten auf meinen intimsten Körperregionen. Ich konnte sie fast körperlich spüren. Und trotz meiner ständig wachsenden Nervosität. Die Situation machte mich unglaublich geil.
Man sagte den Oranga Ureinwohnern eine kanibalische Vergangenheit nach. Und diese hatten die Zivilisation noch nie gesehen. Wollten sie mich vergewaltigen? Wollten sie mich fressen oder wollten sie beides in der entsprechenden Reihenfolge mit mir anstellen?
Ich ergab mich in seltsam erregtem Rausch in die unausweichliche Situation. Ich bin eitel. Ich hoffte, ich machte eine gute Figur, wenn sie über mich herfielen. Und schmecken wollte ich, wenn es zum äußersten kam. Seltsamerweise hatte ich nicht mehr die geringste Angst. Plötzlich geilten mich diese Phantasien sogar bis ins Mark.

O, ...ja. Ich würde verschlungen werden. Jedenfalls ein winziger Teil von mir. Plötzlich begriff ich, was hier geschah. Irgend ein primitiver, religiöser Ritus. Denn dass der Alte ihr höchster Priester war, war nicht zu übersehen. Was mochte sich in dem kleinen Kasten in seinen Händen befinden?

(Der Leser weiß längst, was sich in dem Kästchen befunden hat. Darum traut ihm der Autor jetzt auch genügend Fantasie zu, sich selbst auszumalen, um welche Art von Ritual es sich hier gehandelt haben mag, ...und setzt die Zensurschere an)

Drastisch wirkte sich dieses perverse Ritual jedenfalls auf meine Karriere unter den Indios aus. Denn anstatt in ihren Kochtöpfen zu landen, fielen plötzlich alle Anwesenden vor meinem Altar auf die Knie. Der oberste Priester hielt eine farbenfrohe Gottesanbeterin in die Höhe, ...und erklärte mich zur Gottheit...
...Eine Gottheit freilich, die durch den obersten Schamanen zum Volke sprach. Und damit er mich noch besser verstehen konnte, machte er mich zu seiner Sklavin, ...wenngleich er gewiss ein anderes Wort dafür verwendete.
Hoffentlich war mein Pilot entkommen und schon mit einer Suchmannschaft auf dem Weg zu mir...

Die Fortsetzung der Geschichte folgt in wenigen Tagen.

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