Es gab da die zahnlose Elvira, die herzensgut war und allen zur Hand ging, all den alleinstehenden Männern, und sich rührend um deren leibliches Wohl kümmerte. Elvira war pflanzenkundig und hatte damals, als es dem gesamten Dorf noch gut ging, als Hebamme gewirkt – zeitweise auch als Amme, mit ihren damals jungen, prallen Milchbrüsten.
Ein Dorf, stark, gut entwickelt, und voll von stillenden Müttern, hart arbeitenden Männern und spielenden Kindern.
Tempi passati.
Es war zwar so, dass die Dächer von den frauenlosen Männern repariert wurden, die Türen geölt, das Zaumzeug geflickt. Aber Leben ist etwas ganz anderes. Zum Leben sind Frauen unabdingbar, was den männlichen Dorfbewohnern je länger, je schmerzlicher bewusst wurde. Kalter Hirsebrei, kalte Steinöfen, und vor allem kalte Betten setzten den Dorfbewohnern derart zu, dass sie sogar das Masturbieren verlernten. Sie konnten sich nicht mehr erinnern. Sie hatten keine Bilder mehr. Bilder von prallen, wärmenden Brüsten, Bilder von willigen, weichen Vulven, Bilder von verlangenden Frauenmündern.
Die Energie, die sich in den Männern anstaute, entlud sich beim Holzfällen im nahen Birmiwald, beim Legen neuer Holzböden, beim Mähen der endlos weiten Grasflächen.
So ging das tagein, tagaus… wäre nicht die hässliche Susanne gewesen. Susanne hatten die Marodeure, die Aggressoren lachend stehen lassen, während sie lustvoll ins pralle Fleisch von Lisa, Elfriede, Wendelgard und all der andern gegriffen hatten. Schamlos. Gierig. Nichts hatten sie ausgelassen und sich vor Susannes schreckgeweiteten Augen sogar an Olga, einer 50jährigen Mutter von acht Kindern vergriffen, sie einfach auf den Fleischertisch gelegt und ihre Schenkel auseinandergezwungen, so, als wäre sie selbst ein Stück Vieh, das geschlachtet werden musste.
Die hässliche Susanne
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Die hässliche Susanne
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