Vor der Bühne standen schätzungsweise 20 kleine runde Tischchen mit jeweils vier Stühlen drumherum.
„Wir hatten gedacht, wir gruppieren die kleinen Sitzgruppen so im Halbkreis vor der Bühne. Ich hoffe, das ist Ihnen recht, Herr Blixen?“, sagte sie zu mir gewandt. „Ja, alles prima, gefällt mir gut.“
Sie wieder vor mir weg. Mein Blick blieb auf ihrem Hintern hängen. Oh, was ist das? Durch den Stoff, der stramm über ihrem Hintern spannte, drückten sich so 2,5 cm breite Streifen durch, an deren Ende ebenso breite Klipse hängen könnten. Frau Schneider war wohl 40er-, 50er-Jahre-Fan! Die Frau von Welt trug damals Nylons. Dabei wurde jeder Strumpf mit 4 Strapsen an einem Mieder befestigt.
„Wenn Sie mitkommen auf die Bühne, Herr Blixen, vielleicht können wir noch das Licht einrichten.“ Mir fiel ihr sehr angenehmes, dezentes Parfüm auf. „Ach Frau Schneider, eine Bitte hätte ich noch. Bitte reservieren Sie mir einen Stuhl, am besten da vorne rechts in der ersten Reihe.“ „Einen oder zwei?“ „Bitte nur einen, für eine Frau Kemper.“
Ich ging die zwei Stufen die Bühne hoch, setzte mich in den Sessel. Ich zog mir den Arm der Stehlampe so, dass ich prima aus meinem Buch lesen konnte, ohne geblendet zu werden.
„Wenn Sie nachher anfangen zu lesen, dann dimmen wir die Saalbeleuchtung ein wenig herunter.“ „Eine Frage, Frau Schneider, sind Sie vielleicht 50er-Jahre-Fan?“, fragte ich ganz ungeniert. „Äh ja, warum?“, antwortete sie etwas irritiert. „Ach nur so, irgendwie sind Sie der Typ dafür!“, schmeichelte ich ihr.
Es war noch eine halbe Stunde Zeit und ich ging in den kleinen Raum hinter der Bühne, wo mich bereits mein Verleger erwartete. Ein Techniker verkabelte mich mit einem kleinen Mikrofon. Soundcheck, alles okay.
Ein bisschen Smalltalk und alsbald vernahmen wir auch schon die Stimmen der ersten Gäste.
Die Lesestunde
Showtime - Teil 2
5 20-32 Minuten 0 Kommentare
Die Lesestunde
Zugriffe gesamt: 261
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.