Wie schnell sich doch die Dinge ändern können! Vor ein paar Stunden hatte ich noch gedacht, Verena würde ich nie wiedersehen. Jetzt hatten wir gleich ein Date!
Bevor ich zum „Haus am Dom“ fuhr, noch schnell duschen und frische Sachen anziehen. Im Restaurant unten im Hotel aß ich noch eine Kleinigkeit.
Am Kulturhaus erwartete mich bereits die Leitung. Eine Dame, so zwischen 45 und 50 Jahren, schätzte ich mal. Ihre dunkelroten Haare hatte sie zu einem strengen Dutt gebunden. Sie trug ein hochgeschlossenes schwarzes, halblanges Kleid mit einem glänzenden Paisley-Muster. Ein breiter, weißer Spitzenkragen ging um ihren Hals. Auch die Manschetten bestanden aus breiter, weißer Spitze. Sehr elegant!
„Blixen mein Name, ich bin der Autor für die Lesung heute Abend“, stellte ich mich ihr vor. „Ah, Sie sind Herr Blixen. Angenehm, Schneider. Ich bin die Leiterin des Kulturhauses.“ Wir gingen durch das Foyer, sie vorn weg. Ui, so hochgeschlossen ihr Kleid vorne herum war, so freizügig die Rückansicht! Rückenfrei bis zum Bund! Sie öffnete mir die Flügeltür zum Saal.
„Bitte nach Ihnen!“ Gerne wollte ich meine Feldstudie noch ein wenig fortsetzen … Welch ein gut geformtes weibliches, stoßfreudiges Becken sich unter dem hautengen Kleid wiegte! Oder sollte ich sagen: Geiler Arsch? Ob sie Kinder hatte? Ob sie verheiratet war? Sie trug schwarze Strümpfe mit Naht! Und schwarz glänzende Stiefeletten mit dezentem Strassbesatz am Absatz.
Sie führte mich in einen kleinen Saal mit einer kleinen Bühne, auf der ein Ohrensessel mit grünem Leder bezogen stand, sowie ein zierliches Tischchen und eine Stehlampe mit einem beweglichen Arm. Auf dem Tisch lag bereits ein Exemplar meines neuesten Werkes, das hatte der Verlag schon am Tag zuvor per Express zustellen lassen.
Die Lesestunde
Showtime - Teil 2
5 20-32 Minuten 0 Kommentare
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