Und wie, wann und wo Melanie ihre Unschuld auch verloren haben mochte; Er, Josh, hatte nichts damit zu tun.
Josh saß zuhause und wartete auf den Tag der Verhandlung. Auf die Straße wollte er schon gar nicht mehr gehen. Schließlich waren alle Zeitungen voll mit Berichten und Fotos von dem ’Kinderschänder’.
Der Anwalt, der ihm gestellt worden war, schien ebenso wie alle anderen von seiner Schuld überzeugt zu sein. Sein Vermieter hatte ihm fristlos gekündigt. Aber zumindest dem machte der Anwalt klar, dass eine Kündigung frühestens zum Quartalsende ausgesprochen werden konnte. Als es dann an diesem Nachmittag an seiner Tür klopfte, krampfte sich alles in ihm zusammen. Was immer dort vor der Tür war, konnte nur etwas Schlechtes für ihn bedeuten. Nur sehr zögernd entschloss er sich, zu öffnen. Er wollte ja auch nicht, dass wieder vor der Tür gebrüllt wurde: „Aufmachen! Polizei!“, wie es schon einmal vor zwei Tagen der Fall gewesen war, als ihm mitgeteilt worden war, dass Melanie laut Untersuchung keine Jungfrau mehr war. Das ganze Haus war daraufhin im Treppenhaus zusammengelaufen und Josh wäre es zu diesem Zeitpunkt wirklich lieber gewesen, die Polizisten hätten ihn mitgenommen und eingesperrt, als dass er weiter den Anfeindungen und dem Hass seiner Mitmenschen ausgesetzt blieb.
Als er diesmal öffnete, stand kein Polizeitrupp vor seiner Tür, auch nicht ihn verfluchende Nachbarn oder der bullige Metzger von um die Ecke, der ihn ganz offen mit einem riesigen Messer bedroht hatte, dann aber mit einem Veilchen kleinlaut abgezogen ist. Nein, da standen drei Mädchen aus der Parallelklasse, die er nicht einmal unterrichtete. Josh erkannte sie auf den ersten Blick. Zwar kannte er ihre Namen nicht, aber sie waren ihm in der Schule schon öfter aufgefallen und sie hatten sich gegenseitig auch immer gegrüßt, wenn sie sich begegneten.
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