Er hatte nur für den Sport und für die Kunst gelebt, und dafür, ein guter Lehrer zu sein, der zu seinen Schülern ein gutes, kameradschaftliches Verhältnis hatte, dem seine Schüler vertrauten, zu dem sie kamen, wenn sie jemand zum Reden brauchten, der ihnen half, wenn sie Mist gebaut hatten, usw. Sexuell hatte er sich damit zufrieden gegeben, wenn er alle paar Wochen mal eine Nacht mit der gutaussehenden, wenn auch ansonsten ziemlich eingebildeten Biologielehrerin verbrachte.
Gedanken sexueller Natur an Schülerinnen, auch an diese drei, hätte und hatte er niemals zugelassen. Und jetzt standen sie plötzlich da, vor seiner Tür. Und obwohl dies alles in diesem einen kurzen Augenblick, als er die Tür öffnete, für ihn klar wurde, freute er sich in keiner Weise, sie zu sehen. Ganz im Gegenteil: Er glaubte auf der einen Seite, nur wieder neuen Beschimpfungen ausgesetzt zu sein und litt auf der anderen Seite plötzlich darunter, dass es genau diese Mädchen waren, die ihn beschimpfen würden. Josh öffnete die Tür nur einen schmalen Spalt. Er sagte kein Wort, grüßte nicht einmal, was normalerweise undenkbar für ihn gewesen wäre. Es war für ihn nur dieser Augenblick der Erkenntnis und die Erwartung des folgenden Angriffs. Der kam aber nicht. War es nur eine Sekunde oder war es länger? Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, dass die Mädchen ihn nur schweigend ansahen.
Und er glaubte Mitleid, nein, Leid in ihren Augen zu sehen, das ihm beinahe Tränen in seine Augen getrieben hätte. Warum litten sie? Warum für ihn? Er konnte nicht verhindern, dass ihm doch Tränen in die Augen stiegen. Was war er doch für ein Weichei, er der harte Kerl, dem keiner in Leichtathletik, Boxen, Fechten und Bogenschießen gleichkam? Er verachtete sich für seine Schwäche. Warum litten sie?
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