Chris und ich waren zusammen zur Schule gegangen und hatten nicht wirklich viel gemeinsames. Wir wuchsen in Parallelwelten auf. Nur mit dem Unterschied, dass sich seine exponentiell schnell in eine völlig andere als meine Richtung entwickelt hatte. Wir mussten uns wirklich erst kennenlernen, besonders ich ihn. Sein Vorschlag, dass ich meine Wohnung behalten würde, nicht nur Gold wert, sondern auch genau das, was mir durch den Kopf ging. Ich war schon immer gespannt darauf, was der nächste Tag, die nächste Stunde für mich brachte. Aber jetzt erst recht.
In meinem Kopf schwirrten die Gedanken. Worauf hatte ich mich da nur mit ihm eingelassen? Wortlos gingen wir in Richtung Villa, nachdem das Boot mit diversen Planen und Persennings wetterfest gemacht war. Falk lehnte wach, aber verschlafen an der Brust seines Vaters und träumte mit offenen Augen vor sich hin. Franzi und ich hatten uns derweil mit den Decken und der Kühltasche bewaffnet.
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Das gelieferte Essen war lecker. Zu viert saßen wir auf der Terrasse und schlugen uns die Bäuche voll. Chris und ich hatten uns nur ein T-Shirt über die Badesachen gezogen, während Franzi mit Falk die Wartezeit bis zum Essen für eine Dusche genutzt hatten. Als sie zu uns kamen, hatte Franzi sich wieder für ihre Aufgabe gekleidet, und Falk turnte schon im Nachtzeug auf uns herum, bis es für ihn Zeit zum Zähneputzen und für’s Bett war.
Zuletzt krabbelte er auf meinen Schoß, legte seine Arme um meinen Hals und gab mir ein ‚Gute-Nacht-Küsschen‘ auf die Wange.
„Spielst du morgen wieder mit mir?“. Wer konnte diesen kleinen braunen Augen widerstehen?
„Wir werden sehen. Aber jetzt erst mal ab ins Bett. Träum was Schönes, großer Falk.“
„Das mach ich.“, lachte er und verschwand an Franzis Hand im Haus.
„Du bleibst doch?“, Chris‘ Frage war fast mehr eine Feststellung, nachdem er den beiden lächelnd hinterher gesehen hatte.
„Ich hab nichts für die Nacht dabei.
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