Und ich erlaube mir, über Dinge nachzudenken, die so manchen erröten ließen, spräche ich sie aus.
Für gewöhnlich behalte ich sie für mich. Aber manchmal, da schreibe ich sie auch auf und erzähle sie damit Ihnen. Je nachdem, wonach mir ist. Und wie gut der Kaffee ist.
Heute spielt ein Kaffeehaus in Mailand die Hauptrolle. Und ja, ich weiß, das ist ein Café. Wie überall in Cafés in Italien herrscht dort eine ganz andere Atmosphäre, als ich sie aus meiner Heimat kenne. Hier trinkt man im Stehen. Al banco. Erst zahlen, dann bestellen. Schließlich den gekonnten Handgriffen der Person, die die Kaffeemaschine bedient, bewundernd zusehen, Kaffee, welcher quasi immer ein Espresso ist, in zwei Schlucken trinken und gehen.
Erst hat es sich für mich komisch angefühlt. Kein Verweilen, kein Sich-Einrichten, kein leises Klirren von Löffeln über Minuten hinweg. Espresso schien mir kein Getränk zu sein, sondern eine nur wenige Sekunden dauernde Handlung, die den Koffeinspiegel heben sollte. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass man sich hier zwar nicht niederlässt, dafür aber positioniert und beobachtet sowie beobachtet wird.
Das Café, von dem ich Ihnen erzählen möchte, liegt in einer Seitenstraße, doch direkt im Zentrum. Von außen sieht es sehr durchschnittlich aus. Auch ich bin eher zufällig darauf gestoßen, doch ich hatte gleich das Gefühl, dass dies ein guter Ort wäre. Gleichgültig genug, um für Unwissende langweilig zu wirken. Aber mit einer so perfekt inszenierten Mittelmäßigkeit der Fassade, dass ich mir sicher war, dass sich dahinter mehr verbergen musste. Denn ja, das ist quasi meine Superkraft. Ich weiß genau, wie ein Kaffeehaus außen aussehen muss, dass es innen garantiert eine unvergleichliche Atmosphäre liefert.
Drinnen war es angenehm kühl und auf eine eigene Art ruhig.
Die Möglichkeit des Abends
20 14-22 Minuten 1 Kommentar
Die Möglichkeit des Abends
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Ach Leni ....
schreibt Stayhungry