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Ich ließ meinen Blick kurz zu seinem Mund wandern, dann wieder zurück. „Kann gut sein.“
„Ich könnte Ihnen heute Abend eine Entscheidung abnehmen. Dann können Sie sich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Wie Leute anstarren. Am liebsten natürlich mich. Gehen Sie mit mir in mein Lieblingsrestaurant“, sagte er. „Ein Geheimtipp. Perfekt für Genießer.“ Und dabei lächelte er vielsagend. Minimale Lachfältchen bildeten sich dabei um seine Augen, die ihn aber nur noch lebendiger, noch attraktiver wirken ließen. Wahrscheinlich war er sich dessen auch bewusst.
„Ich kann vieles genießen“, erwiderte ich – und blickte ihm wieder direkt in die Augen, die verheißungsvoll schimmerten.
„Dann passen Sie ja gut hin. Lassen Sie uns dort Fisch essen.“
„Nur Fisch? Kein Dessert?“
Er zögerte nicht. „Fürs Dessert kommen Sie mit zu mir.“ Eine kleine Pause. „Das lohnt sich, ich bin sehr begabt.“
Ich hob eine Augenbraue. „Sie sind sehr überzeugt von sich.“
„Nicht von mir“, sagte er ruhig. „Aber ich weiß, worin meine Stärken liegen. Und was ich Ihnen bieten kann.“
Das klang gut. Gefährlich gut.
Ich spürte, wie sich dieses leise Ziehen in mir verstärkte, klarer wurde.
„Wann?“ fragte ich, ohne eine Sekunde zu Zögern.
Er nannte eine Uhrzeit, einen Treffpunkt. Alles einfach, präzise. Dann entschuldigte er sich auch schon, er müsse zur Arbeit. Als ich das Café verließ, spürte ich seinen Blick noch in meinem Rücken.
Als ich am Abend vor dem Spiegel stand und mich betrachtete, sah ich natürlich denselben Körper wie noch am Morgen. Und doch nicht ganz. Er hatte eine andere Ausstrahlung. Diese Selbstverständlichkeit, einfach schön zu sein und schön sein zu dürfen. Egal, wie man aussieht. Daher wählte ich auch ein Kleid, das ich in Wien wahrscheinlich als „ein bisschen zu viel“ bezeichnet und daher nicht getragen hätte.
Die Möglichkeit des Abends
18 14-22 Minuten 1 Kommentar
Die Möglichkeit des Abends
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Ach Leni ....
schreibt Stayhungry