Sie sollten vielleicht einfach weiterblättern, wenn Sie nichts für Kaffeehäuser übrighaben.
Ich meine das jetzt nicht ironisch. Überspringen Sie ruhig ein paar Absätze, tun Sie so, als hätte ich mich kürzer gefasst und wäre gleich zur Sache gekommen. Ich werde es nämlich nicht tun. Ich kann es nicht. Es ist eine dieser Eigenschaften, die sich nicht mehr ablegen lassen, wenn man lange genug in Wien gelebt hat – oder schlimmer noch: dort geboren wurde.
Man bekommt die Wienerin nicht aus dem Kaffeehaus. Oder das Kaffeehaus nicht aus der Wienerin. Ich habe nie entschieden, welche Version mir besser gefällt, also wiederhole ich einfach beide, je nach Stimmung und Gesellschaft. Und eine Folge davon ist, dass man immer wieder von Kaffeehäusern spricht oder eben schreibt. Wie ich jetzt. Auch wenn Sie eigentlich eine erotische Geschichte lesen wollen, dessen bin ich mir schon bewusst. Aber bevor wir zu der kommen, muss ich erst einmal ein paar Dinge zum Kaffeehaus loswerden.
Und wenn ich schon dabei bin abzuschweifen, schweife ich doch einfach noch weiter ab und stelle mich noch einmal für all meine neuen Lesenden vor.
Ich heiße Leni. Die Mitte vierzig habe ich schon hinter mir. Wie lange? Es spielt keine Rolle. Vor allem, da ich wirklich der Meinung bin, dass Alter weniger eine fixe Zahl, sondern eine flexible Haltung ist.
Ich komme aus Wien, wie Sie sich vermutlich schon gedacht haben, und ich habe mir über die Jahre eine gewisse Routine angewöhnt: Ich reise allein. Also ja, ich bin allgemein nicht ungern allein. Aber reisen, das mache ich außer bei Dienstreisen immer allein. Und ich reise nur in Länder, wo ich sicher sein kann, dass es so etwas wie ein Kaffeehaus gibt. Denn genau diese besuche ich dann auch im Urlaub gerne. Ich setze mich hin und beobachte.
Die Möglichkeit des Abends
18 14-22 Minuten 1 Kommentar
Die Möglichkeit des Abends
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Ach Leni ....
schreibt Stayhungry