Die Mumu von Bubu

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Die Mumu von Bubu

Die Mumu von Bubu

Anita Isiris

.. die sogar dazu führte, dass Marco einmal auf der Kirchenbank heimlich onanierte, hinter Bubu sitzend, ihre blonden Locken betrachtend, die aufgrund der Sonne vor den Kirchenfenstern in den Spektralfarben leuchteten.

Aber so war sie, die Jugend. Drei Jahre später, mitten im Jurastudium, heiratete Bubu. Sie war an einen etwas problematischen Mann geraten, an einen, der linientreu hinter Israel stand, dem Genozid zum Trotz, den die Zionisten damals im Gazastreifen zu verantworten hatten. „Wir sind das den Juden schuldig“, sagte er jedes Mal mit unschuldigem Aufschlag seiner Rehaugen und nickte während der Tagesschau heftig, wenn die Aussenministerin Loyalitätskundgebungen von sich gab – Loyalität für einen Apartheidstaat, der drauf und dran war, das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte zu begehen, gezielt Spitäler beschoss und Tausende von Kindermorden in Kauf nahm, als Kollateralschaden sozusagen, als Kollateralschaden, um ein paar Widerstandskämpfer zu erledigen, die den Gazastreifen und somit den Ort des Geschehens längst verlassen hatten.

Aber zurück zu Bubu und Ibram, ihrem Gemahl. Dieser war geschäftlich sehr erfolgreich, so, dass Bubu den Lebensstil, den sie bei ihren Eltern genossen hatte, unverändert fortsetzen konnte, Austernessen inklusive. Das Paar leistete sich sogar eine Köchin, die sich besonders aufs Zubereiten von Fischspeisen verstand. Genussvoll schlürfte Bubu, manchmal mit Gästen, die Austern, während ihr Gemahl das rosige Fleisch betrachtete und mit seinen Rehaugen Bubu fixierte. Wir wissen, warum.

Dann kam der Sonntag, an dem Bubu, Ibram und zwei Geschäftskollegen gemeinsam dinierten und das Brot brachen. Beide Geschäftskollegen waren exzellent angezogen, ausgesprochen attraktiv und dunkelhäutig, der eine aus Togo, der andere aus Nigeria. Die beiden hatten Glück gehabt und waren von den örtlichen Unruhen niemals tangiert gewesen.

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Die Mumu von Bubu

schreibt Huldreich

Liebe Anita! Irre Geschichte, genau so sehe ich das auch mit dem Genozid, aber leider ist sei ein Einschub gerade dringend geboten. Und wieviel Lust eben nicht nur ein Mann einer Frau bzw. eine Frau mehreren Männern bereiten kann!!!

Gedichte auf den Leib geschrieben