Die Nacht in Cojimar

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Die Nacht in Cojimar

Die Nacht in Cojimar

Yupag Chinasky

Yaima ertrug seine Blicke, ohne unruhig oder ungeduldig zu werden, ohne sich ihnen zu entziehen oder gar verlegen zu werden. Nur einmal fragte sie, warum er sie so lange anschaute, was denn so besonders an ihr sei. Seine Antwort, dass sie ihm einfach gefalle und er sie deshalb gerne anschaue, reichte ihr anscheinend, denn sie fragte nicht weiter. Dann kam das Essen, es waren in der Tat imposante Portionen und es schmeckte sehr gut. Mit großem Appetit aßen sie alles auf, was auf den Tisch gestellt worden war und tranken dazu einige Dosen Bier, das herrlich kühl, den idealen Kontrast zu der Urwaldlandschaft und der warmen Schwüle im Raum bildete.
Als sie mit dem Essen fertig waren, brach bereits die Dämmerung an. Er schlug vor, sie sollten sich noch ein paar Kleinigkeiten für das Frühstück kaufen, denn die Vermieterin hatte gesagt, dass sie keines servieren würde, aber in der Wohnung gäbe es die Möglichkeit selbst zu kochen. Sie kauften Brot, Kekse, eine Konserve mit gekochtem Schinken, Eier, ein Glas Mayonnaise, Pulverkaffee und dazu noch ein paar Dosen Bier für die Nacht und zwei große Flaschen Wasser. Zurück in der Wohnung gab es nichts mehr, was sie hätten tun können, nichts mehr, was ihn abgehalten hätte, das anzugehen, was ihm selbstverständlich schien, und mit dem eine junge, durchaus attraktive Frau rechnen musste, wenn sie freiwillig mit einem Mann die Wohnung und dann wohl auch noch das Bett teilte. Aber Yaima hatte andere Vorstellungen als er und zunächst einmal hatte sie den Wunsch, fernzusehen. Das Gerät im Zimmer war ein uraltes Röhrengerät, das nur ein Bild in Schwarz-weiß anzeigte. Der Ton war krächzend, blechern und das Gesagte war für ihn absolut unverständlich. Aber Yaima war fasziniert, sie hatte es sich in einem der beiden Sessel bequem gemacht, knabberte Kekse, trank warmes Bier mit kleinen, gleichmäßigen Schlucken und stand nur auf, um eine Zigarette am offenen Fenster zu rauchen, weil er ihr klargemacht hatte, dass er Rauch im Zimmer nicht mochte. Sie verfolgte eine Seifenoper und musste mehrfach herzlich lachen, während ihm die Handlung völlig egal war und er auch keinen Versuch machte, ihr zu folgen. Er hatte sich in den zweiten Sessel gesetzt und den so hingestellt, dass er Yaima gut beobachten konnte. Das schien sie wieder nicht zu stören, sie ignorierte ihn und seine Blicke, sie war ganz gefangen von der vermutlich höchst trivialen und banalen Handlung in der Glotze. Er dagegen war gefangen von der jungen Frau auf dem Sessel, die ihre hübschen Beine hochgezogen hatte. Er versuchte immer, wenn sie die Stellung wechselte, einen Blick unter den Rock bis zum Slip zu erhaschen. Und wenn sie sich vorbeugte, um die Bierdose auf den Fußboden zu stellen oder sie von dort wieder hochzunehmen, versuchte er in dem Ausschnitt mehr als nur den Ansatz ihres Busens zu erkennen. Aber auch hier sah nicht viel, er stellte sich jedoch vor, wie diese Brüste sein müssten, die in dem weißen BH darauf warteten, von seinen Händen gestreichelt, von seiner Zunge liebkost zu werden. Auch ihre Brustwarzen stellte er sich vor, die sicher ganz groß und dunkelbraun waren und durch seinen Eifer aufblühen würden. Er hatte schon gesehen, wie sie sich auf dem blauen T-Shirt abgezeichneten.

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