Die neue Kollegin

Wie das Leben so spielt - Teil 1

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Die neue Kollegin

Die neue Kollegin

Alnonymus

… Es war ein richtig schöner Abend, … und eine aufregende Nacht“, seufzt sie.
„Das finde ich auch“, bestätige ich, sanft ihr Gesicht streichelnd, „du bist eine wunderbare Frau.“
Ich zögere kurz: „Es muss ja nicht unser letztes Treffen gewesen sein. Du bist nämlich viel zu schade für eine Nacht. … Wir können ja auch was anderes zusammen unternehmen, … also außer den lustvollen Sachen. … Überleg es dir einfach.“ Es ist schwierig, ich möchte Julia gerne wiedersehen, denn ich spüre, dass auch sie die Stunden mit mir genossen hat. Andererseits will ich sie aber nicht unter Druck setzen. Sie scheint tief in sich hineinzuhorchen, bevor sie etwas melancholisch antwortet:
„Das wäre schön, … aber es ist gerade nicht so leicht. … Ich kann dir jetzt nichts versprechen.“
Ich frage mich, was sie bedrücken mag, doch frage ich nicht nach. Seufzend rekle ich mich aus dem Bett. Als ich angezogen bin, beuge ich mich zu Julia herab, die schlaftrunken unter der Decke kuschelt.
„Bis später“, lächle ich.
Noch ein Küsschen, dann schleiche ich aus dem Zimmer, natürlich nicht, ohne mich vorher vergewissert zu haben, dass niemand im Flur ist.
Als ich mein Zimmer betrete, ist es schon fast sechs. So brauche ich mich trotz der kurzen Nacht nicht mehr hinzulegen. Außerdem mag ich jetzt nicht in das kalte, unbenutzte Bett. So dusche ich erst einmal, ziehe mir frische Sachen an und schaue ein wenig Frühstücksfernsehen, bevor ich um kurz nach sieben der Erste am Frühstücksbüfett bin. Gleich nach mir kommt noch ein älterer Kollege, dann taucht bald auch schon Julia auf.
„Na, auch schon wach“, begrüße ich sie lächelnd.
„Natürlich“, meint sie nur, „ich bin Frühaufsteherin, die Nacht war zwar nicht lang, aber dafür habe ich geruht wie Babybär im Winterschlaf.“
Wir unterhalten uns angeregt mit den nach und nach eintreffenden Kollegen. Nur sporadisch können Julia und ich es nicht lassen, kurze Blicke zu tauschen, wissend, wie wunderbar die letzte Nacht war. Den Rest des Tages sehe ich sie kaum, denn sie ist in einer anderen Arbeitsgruppe als ich. So endet schließlich unser Betriebsausflug.

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