Die neue Kollegin

Wie das Leben so spielt - Teil 1

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Die neue Kollegin

Die neue Kollegin

Alnonymus

Immer wieder lächeln wir uns an, wobei ich aufpassen muss, meiner Kollegin nicht zu lange zu tief in die Augen zu sehen, sonst könnte ich glatt dahinschmelzen. Flirten wir etwa gerade ein wenig miteinander? Zumal wir uns, ich weiß nicht einmal, von wem es ausgegangen ist, immer wieder wie zufällig berühren. Egal, für mich ist es der schönste Abend seit Langem, und ich genieße einfach den Augenblick.
„Soll ich uns noch was zu trinken holen?“, frage ich schließlich, „oder möchtest du zurück zu den anderen?“ Letzteres hoffe ich natürlich nicht, doch ich bin viel zu höflich, um sie nicht danach zu fragen.
„Nein, zu trinken möchte ich nichts mehr“, schüttelt sie den Kopf, „und zurück mag ich auch nicht, dafür ist es einfach zu schön, hier zu sitzen.“
Irgendwann bricht die Dämmerung herein, doch die vereinzelten Lampen tauchen unseren Sitzplatz in ein angenehmes, indirektes Licht, und kühl wird es an diesem Abend auch nicht. Es ist kurz nach elf, als Julia zum zweiten Mal unterdrückt gähnt.
„Na, na, na“, tadle ich sie grinsend, „eine junge Frau wie du kann doch nicht schon müde sein. Du musst doch noch die ganze Nacht durchmachen.“
„Schön wär’s“, zuckt sie mit den Schultern, „du weißt doch, dass ich, genau wie du, gerne früh aufstehe, und deshalb gehe ich sonst auch gerne zeitig schlafen. Und bevor du auf falsche Gedanken kommst: Mein Gähnen liegt ganz bestimmt nicht an dir, … ganz im Gegenteil“, lächelt sie mich zauberhaft an.
„Na, dann bin ich ja beruhigt“, lächle ich zurück.
Trotzdem merken wir beide, dass für uns die Zeit zum Aufbruch naht. Auch der schönste Abend muss einmal ausklingen.
„Würden Mylady es mir denn erlauben, euch ein sicheres Geleit in eure Herberge zu geben?“, verbeuge ich mich gekünstelt, hoffend, den Abschied noch ein wenig hinauszögern zu können.

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