Die neue Kollegin

Wie das Leben so spielt - Teil 1

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Die neue Kollegin

Die neue Kollegin

Alnonymus

„Es wäre mir eine Freude“, nickt meine Kollegin huldvoll, sich bereits erhebend.
Während sie ihre Jacke von der Garderobe holt, bringe ich die Gläser zurück. Dabei verabschiede ich mich noch kurz von dem ein oder anderen Kollegen, der mir zufällig über den Weg läuft, bevor ich mich am Ausgang mit Julia treffe. Teils schweigend unseren Gedanken nachhängend, teils uns immer noch angeregt unterhaltend, schlendern wir Richtung Hotel. Dabei muss ich ständig aufpassen, dass ich nicht einfach meinen Arm um sie lege oder zumindest ihre Hand nehme, so vertraut fühle ich mich inzwischen mit ihr. Doch ich weiß natürlich, dass das nicht geht.
Unsere Zimmerkarten haben wir schon am Mittag bekommen, und so fahren wir direkt in die fünfte Etage. Julias Zimmer liegt in der Nähe des Fahrstuhls, meines ein Stück weiter den Flur herunter. Vor ihrer Tür bleiben wir stehen, schauen uns einfach an, denn scheinbar hat sie, ebenso wie ich, keine Lust auf den unvermeidlichen Abschied.
„Danke für den wunderschönen Abend“, lächelt sie mich schließlich an.
„Ich danke dir“, nicke ich, „es war auch für mich der schönste Abend seit langer Zeit, … und das dazu noch mit so einer charmanten Frau.“ Das Wort Kollegin vermeide ich absichtlich.
„Also dann …“, seufzt sie.
„Schade, dass du eine Kollegin bist“, entfährt es mir, ohne darüber nachgedacht zu haben.
„Warum?“, werde ich verwirrt angeschaut.
„Na ja, wenn du keine Kollegin wärst, würde ich dich nach einem so wunderbaren Abend fragen, ob ich nicht einen kleinen … Abschiedskuss bekommen würde. … Aber bei einer Kollegin wäre das wohl übergriffig“, antworte ich. Himmel, was rede ich denn da? Wo ist das Loch, in das ich gerade versinken möchte? Julia scheint verständlicherweise völlig perplex, schaut mich lange an.
„Und wenn du das mit der Kollegin einfach kurz vergessen könntest?

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