Seit fast acht Jahren bin ich nun als Projektleiter für Schaltanlagenbau bei einer Firma ganz im Norden Bayerns beschäftigt, wobei ich Baustellen im süd- und mitteldeutschen Raum betreue. Es ist meine zweite Arbeitsstelle nach dem Studium in Norddeutschland, wo ich auch geboren wurde. Inzwischen bezeichne ich die mittelgroße Stadt, in der ich lebe und arbeite, als meine Heimat. Ich fühle mich angekommen, wenn ich auch hier bisher nicht die passende Frau fürs Leben gefunden habe. So bin ich mit meinen vierzig Jahren seit fast einem Jahr wieder Single, denn kurze Affären und One-Night-Stands sind nicht meine Sache. Trotzdem bin ich ein glücklicher Mensch, denn es geht mir nicht nur gut, sondern die Arbeit macht mir auch Spaß. Ich genieße viele Freiheiten, habe einen guten Chef und tolle Kollegen, mit denen man auch mal ein Bier trinken kann, ohne über die Arbeit reden zu müssen. Dazu gehört seit einem halben Jahr auch Julia. Sie ist ihrem Freund zuliebe mit ihm in eine zwanzig Kilometer von hier entfernte Stadt gezogen, da er dort eine neue Arbeitsstelle gefunden hat.
Bei uns in der Firma haben wir noch die klassischen Zweier- und Dreierbüros, und da Julia von meinem Kollegen Sebastian eingearbeitet wird, teilt sie auch das Büro mit ihm. Trotzdem finden Julia und ich genügend Möglichkeiten, uns zu unterhalten: mittags in der Kantine, zwischendurch in der Teeküche, bei Besprechungen oder eben bei den gelegentlichen Treffen zum Feierabendbier. Mir fällt auf, dass sie anfangs noch öfter von sich und ihrem Freund erzählt, doch seit einiger Zeit weicht sie dem Thema geschickt aus, wobei eine gewisse Traurigkeit in ihrem Blick liegt. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Wie dem auch sei, ich unterhalte mich gerne mit dieser sechs Jahre jüngeren Kollegin, denn sie ist charmant und vor allem nicht auf den Mund gefallen.
Die neue Kollegin
Wie das Leben so spielt - Teil 1
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Die neue Kollegin
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