Auch Mittwoch und Donnerstag treffe ich Julia nur kurz in der Kantine oder der Teeküche. Wir unterhalten uns über alltägliche Dinge, tauschen dabei nur intensive, wissende Blicke, wenn die Kollegen es gerade nicht mitbekommen, mehr passiert aber nicht. So habe ich am Freitag die Hoffnung auf ein nächstes Treffen fast schon aufgegeben und überlege sogar, ob ich sie nicht doch am Montag vorsichtig ansprechen soll. Plötzlich steht sie nach dem Mittagessen in meinem Büro, gerade als ich meine Sachen zusammenpacke. Wir sind allein, denn mein Kollege ist noch in einer Besprechung.
„Gilt deine Einladung noch?“, fragt sie ganz direkt.
„Natürlich“, antworte ich freudig überrascht.
„Passt es auch heute Nachmittag um drei, oder ist das zu knapp?“, kommt es gleich hinterher.
„Perfekt. Ich hab’ nichts vor“, entfährt es mir, ohne weiter nachzudenken.
Tatsächlich habe ich keine Pläne, und selbst wenn, für diese zauberhafte Frau hätte ich jeden Termin abgesagt.
„Prima, ich freue mich“, lächelt nun auch sie.
„Und ich mich erst“, gebe ich ehrlich zu.
„Also, bis später“, wendet sich meine Kollegin schon zum Gehen.
„Warte“, rufe ich ihr hinterher, „willst du nicht noch meine Adresse haben?“
Julia dreht sich um, schaut mich kurz erstaunt an.
„Das wäre natürlich von Vorteil“, lacht sie plötzlich.
„Bachstraße 15“, gebe ich ihr gerne die benötigte Info.
„Das sollte mir weiterhelfen“, höre ich ihre angenehme Stimme, schon ist sie gegangen.
Kopfschüttelnd nehme ich meine Tasche und verlasse das Büro.
Auf dem Weg nach Hause gehe ich einkaufen, besorge noch etwas Kuchen, dann schnell das Wohnzimmer aufräumen, vorsichtshalber das Bett frisch beziehen – man weiß ja nie –, und schließlich mich selbst etwas frisch machen. Schon klingelt es.
„Ganz nach oben in die dritte Etage“, spreche ich in das Mikro, als ich den Türöffner betätige.
Die neue Liebe
Wie das Leben so spielt - Teil 2
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Die neue Liebe
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