Mikes Stimme klang ein wenig gespenstisch, als er begann:
„Stood still on a highway I saw a woman by the side of the road
With a face that I knew like my own, reflected in my window …“
Nur die Stimme war zu hören. Sehen konnte man ihn nicht. Die meisten der Zuschauer erkannten „The road to hell“ sofort. Irgendwann setzten dann E-Gitarren ein.
„On your journey ’cross the wilderness from the desert to the well
You have strayed upon the motorway to hell“
Mit dem Loslegen des Schlagzeugs gingen punktuell Scheinwerfer an. Mike, mit Singen und den Rhythmus angeben voll in seinem Element, brachte den Titel, wie auch alle anderen Bandmitglieder, die mit Ausnahme von Clara nach und nach die Bühne enterten, voller Emotionen rüber. Der perfekte Einstieg! Durch die Dunkelheit kam das noch viel besser rüber als in Österreich.
Die Andersson-Tochter wartete nach dem letzten Ton, bis der Applaus am Abebben war, und kam aus der Dunkelheit Gitarre spielend auf die Bühne. „Wet day in September“ fand nicht nur die Dreizehnjährige hier gut platziert. Diesen ehemals Pussycat-Titel sangen sie und Lydia im Duett.
Die Gruppe spielte perfekt und Clara als auch Lydia, die nun abwechselnd als Frontsängerinnen agierten, hatten das Publikum gleich schon fest im Griff. Wie schon bei den vorhergehenden Konzerten war bei dem Beatles-Titel „Run for your life“ ein wenig Theaterspielen angesagt.
Es waren verhältnismäßig viele Deutsche unter den Zuhörern, wie beide Mädels in Interaktion feststellten. „Leiser“ passte sprachlich daher ganz gut. Clara riss auch kurz an, dass sie „Flugzeuge aus Papier“ für einen ganz bestimmten Menschen spiele, den sie sehr liebe. Sie begleitete sich selbst am Piano und war kurz den Tränen nahe, während sie sang. Hinterher klärte Lydia das Publikum auf, dass es um Claras Mutter ging, „die leider nicht mehr unter uns weilt!“
Auch diesmal wurde „Something in the water“ von Lydia angestimmt, ohne aufzuklären, was denn da im Wasser ist. Und auch „Don’t marry her, fuck me“, im Original von „The beautiful south“, klang im ny-eigenen Sound einfach klasse! Vor allem, da Lydia und Mike auch mit Gesten miteinander kommunizierten. Es gab sogar einen Kuss! Kein Problem, denn sie waren ja auch im echten Leben ein Paar.
Wenige Titel später brachte dann Clara richtig Schwung mit dem „Arizona man“ auf die Bühne. Superheißes Outfit und One-Woman-Show, in Interaktion mit ihrem Vater („… denn mein Vater sagt, du wärst nichts für mich …“) bis hin zum langsamen Part des Titels. Dann dachten schon alle, das Stück wäre zu Ende. Weit gefehlt! Der Synthesizer setzte wieder ein und Clara rockte erneut ab. Sie zog Martin von seinem Platz hoch und tanzte sogar fetzig mit ihm.
Ein Höhepunkt jagte den anderen. Denn jetzt bewiesen die beiden Sängerinnen der Band, dass sie auch einen Joan-Baez-Titel richtig gut rüberbringen konnten. „In the quiet morning“ eroberte natürlich die Herzen des Publikums. „A little bit of Jolene“, wie Clara sich ausdrückte, und was dann folgte, war sowieso ein Selbstläufer bei der Performance der Band!
*Name geändert
Die „ny“-Konzerte auf Korfu
Ein nicht alltägliches Leben - Teil 34
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Die „ny“-Konzerte auf Korfu
„Ein nicht alltägliches Leben“ ist die vierte Staffel der Geschichten um die Pilotin Olivia Andersson. Sie hat ihren Beginn in der Zeit nach Corona. Aufbauend auf Eine nicht alltägliche Beziehung, den zweiten Band mit Eine nicht alltägliche Ehe und Eine nicht alltägliche Familie.
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