«Das erlebst Du auch noch – wir müssen einfach frühmorgens hin», versprach mir meine Freundin. Dann erreichten wir das Meer, einen Abschnitt, in den wohl keine Menschenseele je vorgedrungen war. Wir stellten unsere eBikes ab und schritten gemeinsam zu einem Felsvorsprung. «Hier ist es», sagte Anita. «Hier lässt es sich sein». Ich wusste aus den intimeren Chats mit meiner Freundin, dass sie nicht nur allein herkam. Anita genoss es, hier, an diesem abgeschiedenen Plätzchen, Liebe zu machen. Sie pflückte sich auf der Insel junge, hübsche Männer, aber oft auch Frauen, lud sie ein, offerierte ihnen Brot mit Olivenpaste und liess es angehen. Einfach… angehen. Menschenliebe nennt man das. Ein heutzutage eher selten gewordenes Gut.
Ich, Anita: Ich gebe es unumwunden zu: Ich war spitz wie Odysseus zwischen Skylla und Charybdis. Ich konnte es kaum erwarten, Nina Truffer aus Freiburg i.Br. nackt zu sehen, und vielleicht auch mehr als das… sie wirkte ihrerseits so verlangend, dass wohl nur ein kleiner Schubs notwendig war, um mit ihr in die Ozeane der Liebe abzutauchen. Ich gab ihr diesen kleinen Schubs – direkt auf den Hintern. «Heeey…», sagte sie belustigt. «Was…» «soll das», ergänzte ich und umarmte meine Freundin. «Willkommen im Paradies». Ich ertastete ihren BH-Verschluss und öffnete ihn in Sekundenbruchteilen. Damit habe ich Erfahrung. Kein Vergleich zu Männern, die oft minutenlang herum nesteln um dann doch nicht ans Ziel zu gelangen. «Heeey…», sagte Nina überrascht. «Wir sind hier ganz allein, ganz für uns», flüsterte ich ihr ins Ohr, und zwar auf Griechisch. Ich wusste, dass sie kein Griechisch verstand, wusste aber auch, dass meine Muttersprache mit den vielen Vokalen, den vielen «i»’s, in ein menschliches Ohr geflüstert, so gut wie alles auslösen kann. Ich vermeinte zu spüren, wie Ninas Knie weich wurden. «Lass Dich einfach gehen», sagte ich leise, «komm».
Eindeutig gesteigert!
schreibt michael_direkt