Es gab da die übliche "Bekanntschafts-Ecke". "Zäme schifahre" ("zusammen skifahren") hiess es da etwa, oder "zäme musige" ("zusammen musizieren"). Rolf Wenger erweiterte die Inserate-Seite um die Rubrik "zäme bache" ("zusammen backen") und suchte eine "herzliche, spontane unkomplizierte Frau zwecks kulinarischem Experiment". Es meldeten sich Dutzende von Frauen, zum Teil gleich mit Foto. Rolf Wenger traf eine Warenhausverkäuferin, die 21jährige, etwas dralle Monika Beerle. Er lud sie gleich zu einem Kaffee ins Liebefeld ein und schilderte ihr sein Projekt. Monika senkte peinlich berührt den Blick, prustete dann aber los. Rolf Wengers Ansinnen schien ihr derart bizarr, dass sie sich nicht mehr beherrschen konnte. "Also gut, ich mache mit", versprach sie dem völlig verunsicherten Profi-Konditor, und die beiden vereinbarten einen ersten Produktionstermin in der Bäckereistube. Monika Beerle erschien frisch geduscht, mit streng nach hinten gekämmtem Haar. Sie sah aus wie eine Schwimmerin. Rolf Wenger erschien sie deutlich hübscher als beim ersten Treffen. Ihr lindgrünes Kleid verstärkte das Strahlen ihrer Augen. Er bot ihr ein Bayliss an und besprach mit ihr das Prozedere. Das Kleid durfte sie selbstverständlich anbehalten, nur das Höschen musste sie ausziehen. Er würde ihre Venus mit Mehl bepudern und dann den Schokoguss vorbereiten. Monika Beerle wurde feuerrot im Gesicht; Rolf Wenger ebenso. Aber gesagt getan. Sie kletterte auf den Untersuchungstisch und präsentierte dem gelernten Bäcker ihr Geschlecht, das sie liebevoll rasiert hatte.
Eine Geschichte für Genießer!
schreibt michael_direkt