… Nein, nicht was ihr denkt. Ich habe viele dunkelhäutige Freundinnen und beabsichtige nicht, sie zu diskriminieren.
Es ging allmählich auf Weihnachten zu. Die Tage wurden kürzer, graue Nebelschleier und Dunkelheit senkten sich übers Liebefeld, einen Vorort von Bern, der ein Industriestandort ist und keineswegs hält, was sein Name verspricht. Abend für Abend, zur Stosszeit, war der Trolleybus aber mit vielen ausnehmend hübschen Frauen gefüllt, die in der Stadt Bern arbeiteten und irgendwo im Liebefeld in bescheidenen Mietwohnungen lebten. Das entging auch dem arbeitslosen Bäcker Rolf Wenger nicht, der vor Jahresfrist seine kleine Konditorei hatte schliessen müssen und seither von der Fürsorge lebte, weil sich vor ihm ein enormer Schuldenberg auftat. Rolf Wenger war ein Träumer. Ein Tagträumer, der im Grunde auch ohne Erwerbsleben die Zeit wunderbar verbringen konnte. Er war besessen von weiblicher Schönheit. Nein, wir reden hier nicht von Playboy-Centerfolds, die dümmlich in die Kamera lächeln. Wir reden nicht von der Miss Schweiz 2004, die sehr wohl einiges für sich hat, aber doch unnatürlich entrückt wirkt auf Plakatwänden, Magazin-Covers und im Fernsehen. Nein, Rolf Wengers Herz schlug für die "ganz gewöhnliche Frau von nebenan". Schon in der Grundschule hatte er einen scharfen Blick gehabt für die Mütter seiner Kollegen, 30-40jährige Frauen, die in ihm ein Kind sahen und, ohne viel zu überlegen, ihm auch mal, nur in ein Badetuch gehüllt, die Tür geöffnet hatten damals. Rolf Wenger hatte ein fotografisches Gedächtnis und erinnerte sich zum Beispiel bestens an Frau Probst, die Mutter von Marc, der er einmal für den Bruchteil einer Sekunde zwischen die Beine hatte schauen können, während sie ihr Badetuch zurechtrückte. Ihr dunkles Schamhaar war noch nass, sie hatte soeben geduscht.
Die Schokospalte
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Die Schokospalte
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Eine Geschichte für Genießer!
schreibt michael_direkt