«Ist etwas?», fragte ihn die eine oder andere belustigt oder auch unwirsch. Eine Antwort bekamen sie nicht. Dann war er da, der Abend aller Abende, und Getränke, Chips, Salzgebäck, bunte Teller und Gläser standen bereit. Angemeldet hatten sich vier Männer und besagte zwei Frauen. Die beiden waren überraschend jung und hübsch, Sebastian war sehr interessiert daran, die Motivation der beiden zu erfahren. «Wir sind aus reiner Neugier dabei», sagte Joana verlegen. «Wir haben ja beide so einen Venushügel und haben uns gedacht, wir könnten hier erfahren, wie wir uns damit behelfen können», ergänzte Ute, offensichtlich Joanas Freundin, errötend. Die Männer in der Runde rutschten wortlos auf ihren Stühlen hin und her.
Die Schicksalsgeschichten, die reihum bekannt gegeben wurden, waren weitgehend deckungsgleich. Alle anwesenden Männer waren Venushügel-besessen, genau wie Sebastian, der sein Outcome ebenfalls darlegte. Ob nun Senebald, der Mathe-Lehrer, Ottokar, der Verkehrspolizist, Dalbert, der Frauenarzt oder Hirohito, der Restaurantbesitzer: Alle hatten sie ein unstillbares Verlangen nach dem Venushügel. Nicht etwa das Verlangen, einen zu berühren. Die Männer waren alle verheiratet. Sondern das Verlangen, einfach hinzuschauen, in der Badeanstalt, wo sich die Venushügelbesitzerinnen ahnungslos in ihren Bikinis räkelten, und selbst Dalbert, der Gynäkologe, wollte eigentlich gar niemanden untersuchen, sondern einfach nur Venushügel schauen.
«Das Faszinosum», erklärte er etwas umständlich, «das Faszinosum ist ja, dass man einer Frau ihren Venushügel normalerweise nicht ansieht. Bei den Brüsten ist das anders, beim Hintern auch. Aber der Venushügel, etwa beim ersten Date, verbirgt sich geheimnisvoll unter einem Frühlingskleid. Kommt man so einer Frau näher, ist es im wahrsten Sinne des Wortes, als würde man die Katze im Sack kaufen.
Die Venushügel-Selbsthilfegruppe
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Die Venushügel-Selbsthilfegruppe
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