Die verbotene Route

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Die verbotene Route

Die verbotene Route

Jürgen Lill

Marijana schlug die Lider auf, noch benommen von der schweren Erschöpfung der Nacht, doch die Kühle der Morgenluft auf ihrem Dekolleté ließ sie schlagartig wach werden.
Sie blickte nach unten und erstarrte.
Julio war wach. Er rührte sich nicht, sein Kopf lag noch immer schwer in ihrem Schoß, doch seine Augen waren geöffnet. Es war kein flüchtiger Blick; es war ein tiefes, ungefiltertes Starren, das keine Entschuldigung suchte. Er sah alles. Durch das hauchdünne, vom Schweiß der Nacht fast transparente Gewebe ihres BHs lag ihre Brust fast völlig ungeschützt vor ihm.
Die Stille zwischen ihnen war so dicht, dass man das ferne Tropfen des Regenwassers draußen wie Hammerschläge hörte. Marijana wollte nach dem Stoff greifen, sich bedecken, doch ihre Glieder waren wie gelähmt. Sie sah, wie sein Blick sich auf die dunklen Schatten unter der Spitze fixierte.
In diesem Moment der peinlichen Befangenheit geschah es: Ein verräterischer Schauer lief über ihre Haut. Marijana spürte, wie ihre Brustwarzen auf die kühle Luft und die intensive Hitze seines Blickes reagierten. Sie zogen sich zusammen, wurden fest und drückten sich deutlich gegen den feinen Stoff – direkt vor seinen Augen, kaum eine Handbreit von seinem Gesicht entfernt.
Es gab kein Verstecken mehr. Julios Pupillen weiteten sich, sein Atem wurde schwerer und rissiger. Er beobachtete das langsame, unaufhaltsame Aufrichten ihrer Erregung mit einer Intensität, die Marijana das Blut in den Adern gefrieren und gleichzeitig kochen ließ. Sie wusste, dass er genau sah, was ihr Körper gerade gestand, während ihr Verstand noch nach Worten suchte.
Julios Blick hob sich langsam, bis er ihre Augen traf. Da war keine Entschuldigung in seinem Gesicht, nur ein raues, unvermitteltes Begehren, das den Schmerz seiner Wunde vollständig verdrängt hatte.

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