Die Luft in der Spalte schien sich zu entzünden. In dieser unerträglichen, aufgeladenen Stille gab es kein Zurück mehr in die Sicherheit des Schweigens. Marijana spürte, wie die Hitze seines Blickes ihre Haut förmlich verbrannte, ein unsichtbares Feuer, das stärker war als die kühle Morgenluft des Dschungels. Das Pochen ihres Herzens dröhnte in ihren Ohren, ein wilder, unregelmäßiger Rhythmus, der jeden ihrer Gedanken übertönte.
Anstatt nach ihrer Bluse zu greifen oder den Blick abzuwenden, tat sie das Einzige, was in diesem Moment einer Kapitulation gleichkam: Sie schloss die Augen.
Es war eine stumme, schutzlose Einladung. Das Signal, dass sie bereit war, die Kontrolle abzugeben – an ihn, an diesen Ort, an das Verlangen, das sie beide seit Tagen wie ein Raubtier umkreist hatte.
Julio stieß ein tiefes, heiseres Ausatmen aus, das wie ein Zittern über ihre entblößte Haut strich. Trotz des stechenden Schmerzes in seiner Schulter stützte er sich langsam auf seinen gesunden Arm auf. Er erhob sich aus ihrem Schoß, Zentimeter für Zentimeter, bis sein Gesicht direkt vor ihrem war. Marijana spürte die strahlende Hitze seines Körpers und den herben, männlichen Geruch von Tabak und Salz, der sie nun völlig einhüllte.
Er sagte immer noch kein Wort. Seine Hand, gezeichnet von Schwielen und der harten Arbeit der letzten Jahre, hob sich zögernd. Mit einer Sanftheit, die in absolutem Kontrast zu seiner rauen Erscheinung stand, strichen seine Fingerspitzen über den Rand ihrer zerrissenen Bluse, hin zum dünnen, gespannten Stoff ihres BHs.
Als seine Haut schließlich die ihre berührte – genau dort, wo ihre Erregung so deutlich sichtbar war –, entwich Marijana ein leises, gepresstes Keuchen. Die Berührung war elektrisierend, ein Funke, der das mühsam gebändigte Pulverfass zwischen ihnen endgültig zur Explosion brachte.
Die verbotene Route
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Die verbotene Route
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