Die verbotene Route

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Die verbotene Route

Die verbotene Route

Jürgen Lill

Seine Lippen fanden schließlich die weichen, bebenden Schamlippen. Er drängte nicht, er forderte nicht – er erkundete. Mit der Spitze seiner Zunge zeichnete er die zarten Linien nach, fuhr die feuchte Spur nach oben, bis er die kleine, fest erregte Klitoris fand.
Marijana stieß ein kehliges Schluchzen aus und warf den Kopf zurück. Die Langsamkeit, mit der Julio nun seine Zunge einsetzte, war eine eigene Form von Folter und Erlösung zugleich. Er umkreiste die empfindlichste Stelle, saugte sie ganz vorsichtig an und ließ sie wieder los, nur um sie im nächsten Moment mit der flachen Seite seiner Zunge zu liebkosen.
Julio spürte ihr Beben unter seinen Händen und das feuchte Glänzen ihrer Haut. Für ihn gab es nichts anderes mehr als diesen Geschmack, diesen Geruch und das Wissen, dass er diese Frau – die er vor Tagen noch verachtet hatte – nun Schicht um Schicht in ihrer reinsten Form kennenlernte. Er verlor sich vollkommen in der Hingabe an ihren Körper, während die Welt draußen im Regen versank.
Julio war nun vollkommen in seinem Element – nicht mehr als der Jäger des Dschungels, sondern als der Hüter ihres Verlangens. Während Marijana unter ihm bebte, verstärkte er den Rhythmus seiner Zunge nicht, sondern behielt diese fast unerträgliche, quälende Langsamkeit bei. Er spürte, wie die Feuchtigkeit an seinen Lippen zunahm, ein Zeichen ihrer grenzenlosen Hingabe.
Als die zweite Welle sich in ihr aufbaute, war sie mächtiger als alles zuvor. Es war kein kurzes Aufflackern, sondern ein tiefes, grollendes Erdbeben, das in ihrem Schoß seinen Ursprung nahm und ihren gesamten Körper erfasste. Ihre Zehen krallten sich in die Decke, ihre Fingernägel gruben sich unbewusst in seine Schultern, direkt neben die frische, verbundene Wunde. Doch Julio rührte sich nicht.

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