Die verbotene Route

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Die verbotene Route

Die verbotene Route

Jürgen Lill

Er ignorierte den Schmerz, fixiert nur auf das Ziel, sie vollkommen zu entfesseln.
Die erste Eruption schüttelte sie mit einer Gewalt, die ihr den Atem raubte. Ein keuchender Schrei entwich ihrer Kehle und verhallte an den nackten Felswänden. Doch anstatt innezuhalten, wie sie es erwartet hätte, machte Julio weiter. Er hielt sie in diesem Orgasmus gefangen. Seine Lippen umschlossen ihre schwellende Klitoris nun fester, seine Zunge glitt rhythmisch und unerbittlich über die empfindlichste Stelle, genau in dem Moment, in dem jede Berührung eigentlich zu viel sein müsste. Aber es war nicht zu viel. Es war eine Überdosis an Empfindungen. Marijana versuchte, ihr Becken wegzudrehen, zu entkommen, doch er hielt ihre Hüften mit seinen starken Händen fest am Boden fixiert.
„Julio... bitte... aufhören...“, stammelte sie, doch ihre Stimme war nur noch ein tonloses Krächzen. Sie war in einer Endlosschleife aus Lust gefangen. Jedes Mal, wenn sie glaubte, der Höhepunkt müsse nun abflauen, löste er mit einer gezielten Bewegung seines Mundes eine neue, noch heftigere Entladung aus.
Ihr ganzer Körper war nun von einem feinen Schweißfilm überzogen, der im fahlen Licht in der Felsspalte glänzte. Die Farben vor ihren geschlossenen Augen begannen zu explodieren – von leuchtendem Purpur zu grellem Weiß. Das Pochen in ihrem Kopf wurde eins mit dem rhythmischen Saugen seines Mundes. Die Realität löste sich auf. Sie spürte nicht mehr den harten Boden, nicht mehr die kühle Luft. Es gab nur noch diese alles verzehrende Hitze.
Schließlich war die Intensität so überwältigend, dass ihr Nervensystem kapitulierte. Das letzte, was sie wahrnahm, war das Gefühl seiner heißen Lippen und der herbe Geruch seiner Haut, bevor sich ein weißer Schleier über ihr Bewusstsein legte und sie in eine tiefe, schmerzlose Schwärze glitt.

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