Er ließ es geschehen, ließ sich von ihr leiten. Als das Hemd schließlich von seinen Schultern glitt und in den feuchten Sand fiel, betrachtete sie seinen Oberkörper mit einer Ehrfurcht, die ihn sichtlich erschütterte.
Sie kniete sich vor ihn in den weichen Farn. Ihre Bewegungen waren nun sicher, getragen von einer tiefen, instinktiven Verbundenheit. Während das Wasser hinter ihnen in das Becken stürzte, öffnete sie seinen Gürtel. Das metallische Klicken der Schnalle war das einzige Geräusch in der plötzlichen Stille zwischen ihnen. Sie spürte die enorme Spannung seiner Muskeln, die vibrierende Energie eines Mannes, der kurz davor war, die Beherrschung zu verlieren, sich aber aus tiefem Respekt vor ihr zurückhielt.
Marijana entblößte ihn langsam, Schicht um Schicht, bis er vollkommen nackt vor ihr in der flirrenden Hitze stand. Sie sah die kraftvolle Linie seiner Erregung, ein deutliches Zeugnis seines Verlangens, das er so lange unterdrückt hatte. Doch anstatt ihn zu fordern, begann sie, ihn mit jener unendlichen Zärtlichkeit zu liebkosen, die er ihr in der Felsspalte geschenkt hatte. Sie vergrub ihr Gesicht an seinem Bauch, sog seinen herben, männlichen Geruch ein, der nun untrennbar mit dem Duft des Dschungels verschmolzen war. Ihre Lippen fanden die empfindliche Haut an seinen Hüften, und sie wanderte mit ihren Küssen tiefer, immer bedächtiger. Sie wollte ihm zeigen, dass sie seine Seele ebenso begehrte wie seinen Körper.
Julio stieß ein tiefes, heiseres Grollen aus und legte seine Hände in ihr Haar. Er zitterte unter ihrer Berührung, ein gewaltiger Mann, der in diesem Moment vor ihrer Hingabe kapitulierte. Die Welt um sie herum – die Schwarze Hand, die Ruinen, die Gefahr – versank endgültig im Rauschen des Wasserfalls. Das Tosen schuf einen Raum aus weißem Rauschen, in dem nur noch sie beide existierten.
Die verbotene Route
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Die verbotene Route
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