„Ich will, dass Sie mich dorthin bringen, damit ich das internationale Protektorat für dieses Gebiet ausrufen lassen kann. Ich habe Kontakte zur UNESCO, aber ich brauche den physischen Beweis für die Einzigartigkeit der Ruine. Wenn ich scheitere, gehört der Wald morgen den Konzernen. Dann gibt es kein Zurück mehr – weder für die Götter aus Stein noch für Ihre Tiere.“
Sie legte ihre Hand auf seine – nur für eine Sekunde. Ihre Haut war heiß, fast fiebrig, und der kurze Kontakt löste einen elektrisierenden Schlag in seinem Unterarm aus, den er seit Jahren nicht mehr gefühlt hatte. Julio sah sie an. Die schwüle Hitze der Bar schien sich zu verdichten. Er sah die Entschlossenheit in ihren Augen und den feinen Schweißfilm auf ihrem Dekolleté, wo der oberste Knopf ihrer Bluse offenstand. Er hasste die Zivilisation, aber er hasste diese Konzerne noch mehr.
„Die Route ist die Hölle, Dr. Vance“, sagte er schließlich, seine Stimme jetzt gefährlich leise. „Sie werden bluten, Sie werden weinen und Sie werden mich verfluchen. Sind Sie bereit, alles aufzugeben, was Sie aus Ihrer bequemen Welt kennen?“
Julio stand auf, ohne sie anzusehen. Seine Bewegungen waren ökonomisch und präzise, das Ergebnis jahrelanger Isolation, in der jede überflüssige Geste Energie verschwendete. Er ignorierte das Flattern in seiner Magengegend, das Marijana mit ihrer bloßen Anwesenheit ausgelöst hatte. Es war lange her, dass eine Frau so nah an seinem Schutzwall gestanden hatte, und er hatte nicht vor, die mühsam errichteten Barrieren für ein paar bernsteinfarbene Augen einzureißen.
„Morgen um vier. Am Nordkai“, sagte er knapp. „Bringen Sie nur das Nötigste mit. Wenn es nicht in einen Rucksack passt, bleibt es hier.“
Die Vorbereitungen am nächsten Morgen verliefen schweigend.
Die verbotene Route
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