Er hätte sie gar nicht fragen müssen, um zu wissen, dass sie auch hungrig und durstig war, sehr sogar, denn sie bat um eine zweite Flasche Cola und weiteres Sandwich, während er Mühe hatte, trotz seines Hungers, dieses seltsame Gebilde, das sich Sandwich nannte, hinunterzuwürgen. Er würde am Abend alles nachholen und richtig gut speisen, wenn es in dieser Gegend überhaupt ein ordentliches Restaurant gäbe. Er beobachtete sie, wie sie gierig das belegte Brötchen verschlang und auf einmal merkte er, dass er Mitleid mit diesem Mädchen hatte und dass dieser Geruch, der vielleicht gar nicht so schlimm war, an den man sich vielleicht sogar gewöhnen konnte, ihn zumindest für kurze Zeit ertragen konnte, kein ausreichender Grund war, sie nicht mitzunehmen. Vorsichtig fragte er, wo sie denn hinwolle und wie lange sie schon warten würde. Sie nennte ihm eine Stadt, die so weit weg war, dass er sie heute bestimmt nicht mehr erreichen würde und dass sie schon den ganzen Nachmittag auf dieser beschissenen Tankstelle verbracht habe, ohne dass einer sie mitgenommen habe. Sie schöpfte neue Hoffnung und fragte, ob er heute und mit ihr nicht eine Ausnahme machen könne. Er zögerte, aber vielleicht nur, um ihr zu zeigen, wie fest er zu seinen Prinzipien stand, dann merkte er, wie blöd das war und nickte. Sie fragte, «You will do it, really?» Und nachdem er ihr ausdrücklich zugesichert hatte, dass sie mitkommen könne, nicht die ganze Strecke, aber bis in die nächste Stadt, war sie sehr dankbar und sagte mehrfach, «God bless you. Thank you very much. God will surely thank you for that.». Sarkastisch antwortete er, dass es ihm lieber wäre, wenn sie das selbst täte, eine kleine Anspielung, dass er es mit Gott nicht so halten würde wie sie, aber sie ignorierte die Bemerkung, weil sie sich nun ganz auf ihr Essen konzentrierte, um möglichst rasch fertig zu werden.
Bittersüß
schreibt Thunders