Die Verwandlung

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Die Verwandlung

Die Verwandlung

Yupag Chinasky

Beleidigt zog sich Amy auf ihren Sitz zurück, spuckte den Kaugummi aus dem Fenster und begann nun leise sich zu rechtfertigen. Sie wollte ihm ja nur zeigen, dass sie dankbar sei, nicht mehr und warum er denn hier gehalten habe. Es sei doch klar, dass er Sex wollte, wenn er an einem so abgelegenen Ort halten würde. Pinkeln hätte er ja in der Tankstelle können. Zum Pinkeln verlässt man doch nicht die Hauptstraße, man hält einfach an und als Mann stellt man sich einfach neben das Auto, warum in diesen Wald fahren, wenn nicht, um zu vögeln. Und dann habe er sich ja fast hingelegt, die Augen geschlossen und gestöhnt. Es sei für sie klar gewesen, dass er jetzt nur darauf gewartet habe, dass sie den Anfang mache. Das sei doch normal, das sei doch immer so, mit allen. Sie könne gar nicht verstehen, dass er so wütend sei, weil sie ihm doch nur das geben wollte, was er auf jeden Fall von ihr erwarten würde, den Lohn für das Mitnehmen und das Essen. Das sei normal, das sie immer so. Sie könnte verstehen, dass er wütend wäre, wenn sie sich gewehrt hätte, ja dann hätte er so komisch reagieren können, aber sie habe ja nur das getan, was er auf jeden Fall erwartet habe, oder etwa nicht? Was sei schon dabei, ein bisschen Sex im Auto, ein bisschen fummeln und blasen, mehr könne man in der engen Kiste ja gar nicht machen. Und dass sie stinken würde, täte ihr leid, sie könne nichts dafür, und wenn er unbedingt wolle, würde sie aussteigen, aber nicht hier in der Wildnis, sondern im nächsten Ort oder an der nächsten Tankstelle. Sie argumentierten noch eine Weile herum, dann fuhr er weiter und die Wut verrauchte so langsam wieder, dafür hatte sich durch ihre Worte ein anderer Gedanke eingeschlichen, einer der ihm immer mehr gefiel und immer mehr Gestalt annahm. Warum sollte er eigentlich nicht mit diesem Mädchen Sex haben?

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Bittersüß

schreibt Thunders

Mich berührt diese schöne Geschichte. Die Beziehung zwischen der jungen Amy und dem reifen Erzähler hat etwas Besonderes. Der traurige Schluss passt zum realistischen Stil. Ich weiß, wie schwer es ist, seine Leser emotional zu erreichen. Dies ist mit dieser Geschichte gelungen! Gruß von Andreas (Thunders)

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